Via Storia: Am Ende der Strasse

Via Storia: Am Ende der Strasse

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Via Storia hat Ende März Konkurs angemeldet. Es sei nicht gelungen, ausreichend Projektgelder und Finanzierungshilfen für die interdisziplinäre Forschungs-, Beratungs- und Konzeptarbeit zu gewinnen, teilte die Organisation, die sich um Erforschung und Erhalt historischer Schweizer Verkehrwege kümmert, vor Kurzem mit.  

Wichtige Geldgeber hätten sich kurzfristig neu ausgerichtet, wurde Via-Storia-Geschäftsführer Hanspeter Schneider heute in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) zitiert. Wie es mit der Via Storia weiter geht, ist laut NZZ noch nicht klar. Fest steht aber, dass es Geldgeber braucht. Schneider spreche von einem jährlichen Finanzbedarf zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken, heisst es weiter.

Die Via Storia ist ein Spin-off der Universität Bern und ging vor elf Jahren aus der Fachorganisation Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) hervor. Sie hatte zwischen 1985 und 2003 insgesamt 50'000 Kilometer historischer Verkehrswege kartiert, vom Säumer- oder Pilgerweg bis hin zur Passstrasse. Die Via Storia setzte Arbeit des IVS fort, und engagierte sich für die Erforschung, Sanierung und sachgerechte Nutzung historischer Verkehrswege. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, sind bisher 50 Millionen Franken von Bund und Kantonen in die Via Storia geflossen.

Im Zentrum des Engagements der Via Storia standen einerseits das Forschungs- und Publikationsprojekt Verkehrsgeschichte Schweiz und Fachberatungen zu Instandstellung und Unterhalt historischer Verkehrswege, andererseits die Definition von Kulturwegen, von denen es heute zwölf gibt. Sie werden mittlerweile auch touristisch vermarktet. Die bekannteste Route dürfte wohl die die Via Gottardo sein: Sie führt von Schaffhausen und Basel über Zürich nach Luzern, von dort über den Gotthard, bis zur Grenze vor Como. Oder etwa die Via Spluga, die den Spuren der Säumern von Thusis über den Splügenpass nach Chiavenna folgt. (mai)

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