Vertrauen gegenüber den Stadtbauten hat gelitten

Vertrauen gegenüber den Stadtbauten hat gelitten

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Die Kritik am Vergabewesen in Bern wächst. In einer Motion fordert nun Stadträtin Gisela Vollmer (sp) städtische Projekte zu vereinheitlichen und ein aus Fachleuten zusammen gesetztes Planungsamt zu schaffen.
 
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In Bern sorgen Bauvergaben für Diskussionen.
 
Die Stadt Bern habe bei Architekten, Planern und Ingenieuren einen massiven Vertrauensverlust erlitten, wird SP-Stadträtin Gisela Vollmer in einem Artikel der aktuellen Ausgabe. Auch Dolores Fana, Präsidentin der FDP der Stadt Bern äusserte ihren Unmut. Sie finde es nicht fair, wenn die Stadt mitten im Spiel die Regeln ändere,. wird sie in einem Artikel des "Bunds" zitiert. Auslöser für den Ärger von links bis rechts ist laut der Zeitung der Umstand, dass in letzter Zeit Architekturwettbewerbe zu Bauprojekten durchgeführt ihre Siegerprojekte später aber anders oder gar nicht umgesetzt worden seien.
 
Jüngstes Beispiel ist das Debakel um die Mehrkosten des geplanten neuen Feuerwehrstützpunktes Forsthaus West: Das Büro Ralph Baenziger Architekten AG aus Zürich hatte zwar den Wettbewerb gewonnen, aber die Stabe entzogen als Bauherrin dem Büro die Realisierung des Projekts wegen Kostenüberschreitungen. Die Realisierung der Pläne wurde neu ausgeschrieben. Schliesslich legte das Zürcher Büro beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid ein. – Für Gisela Vollmer, die selbst Architektin ist, liegt laut „Bund“ das Problem darin, wie bei anderen Projekten auch, bereits in der Ausschreibung des Projekts lag, in diesem Fall bei den Stabe. Zu viele Kosten treibende Faktoren seien bei der Berechnung der Bausumme nicht berücksichtigt worden. Und wenn die Kosten stiegen, gebe man einfach den Architekten schuld, wird Vollmer zitiert. Ihre Kritik gilt nicht nur den Stabe sondern auch anderen öffentlichen Stellen, die Projekte im Bauwesen ausschreiben. „Alle mischen mit, ohne die entsprechende Fachkompetenz zu haben“, kritisiert sie.
 
Nun fordert Vollmer in einer Motion, das Wettbewerbswesen zu vereinheitlichen. Alle Wettbewerbe für städtische Projekte sollen künftig von einem aus Fachleuten zusammengesetzten Planungsamt organisiert und durchgeführt werden. De facto würde dies das Ende des unabhängig agierenden Unternehmens Stabe bedeuten und seine Umweandlung in ein städtisches Hochbauamt, schreibt der „Bund“ dazu. Daneben fordert Vollmer in einem Postulat, die Einsetzung eines Stadtbaumeisters. Der letzte Berner Stadtbaumeister wurde 1999 pensioniert. Als wenige Jahre man später die Stabe schuf, wurde das Amt des Stadtbaumeisters endgültig Geschichte. (mai)