Verpixelte Luzerner Kapellbrücke

Verpixelte Luzerner Kapellbrücke

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung zvg

Lichtpixel sollen die Luzerner Kapellbrücke märchenhaft funkeln und schimmern lassen, wenn Leute auf ihr unterwegs sind. Die poetische Installation hat sich ein Team um das Amsterdamer Studio Drift ausgedacht und damit den Wettbewerb für die Inszenierung des Luzerner Wahrzeichens gewonnen. 

Quelle: 
Visualisierung zvg
Wo Menschen sind, tauchen Lichtpixel auf.

Veranstaltet wurde der Wettbewerb von der IG Inszenierung Wasserturm/Kappelbrücke, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Querung vor allem in den Abendstunden und zu besonderen Anlässen „attraktiver“ erscheinen zu lassen.

Dass sich die Wettbewerbsjury, in der etwa Luzerner Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner und Tristan Kobler von Holzer Kobler Architekten sassen, für den Vorschlag des Drift Studios entschieden hat,   begründen ihre Mitglieder unter anderem damit, dass es sich bei dem Projekt um „insgesamt eher diskrete Animationen“ handelt, es seienkeine „effekthascherischen sondern poetische, stimmungsvolle Bilder“ auf beiden Seiten der Brücke. Zudem lobten sie das „stimmige Gesamtkonzept“. Denn die Designer bezogen auch das Holz der Brücke und die Spuren, welche die Zeit an ihr hinterlassen hat, mit ein: „Die Brücke zeigt eine prächtige Farben und durch Verwitterung, Algen- und Mooswachstum auf dem Dachholz“, erklären sie. „Diese verschiedenen Nuancen formen die natürlich Farbpalette unserer Animation.“

Ihr Lichterspiel funktioniert über  Projektoren und nutzt die Brücke mit Video Mapping sozusagen als Leinwand. Damit kann jeder einzelne Bestandteil der Brücke exakt ausgeleuchtet werden. Jede einzelne Dachplatte und jeder Balken der Konstruktion wird zu einem Lichtpixel. Die einzelnen Pixel bilden die Grundlage für interaktive Animationen, welche auf der Brücke zu sehen sind, wenn sich Menschen auf ihr bewegen: Betritt jemand die Brücke, wird er von Sensoren lokalisiert. Damit weiss das Computerprogramm, das hinter der Animation steckt, an welcher Stelle wie viele Personen unterwegs sind. In der Folge steuert das Programm die Animation so, dass sie nur dorthin projiziert wird, wo sich Passanten aufhalten. Ist niemand auf der Brücke, ist auch nichts zu sehen.

Bis es so weit ist, dürfte es allerdings noch etwas dauern, denn die Finanzierung muss noch gesichert werden. Di IG rechnet mit Kosten von zirka 1.5 Millionen Franken. Sie sollen vor allem von Privaten getragen werden.  (mai)

Linktipp: www.kapellbruecke-luzern.ch