Uri und Tessin schauen in die Röhre

Uri und Tessin schauen in die Röhre

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Egal welche der drei Varianten bei der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels umgesetzt wird, die Erreichbarkeit der Kantone Uri und Tessin wird sich auf jeden Fall zeitweise verschlechtern. Dies geht aus einem aktuellen Bericht zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen der Sanierung hervor.
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Laut dem Bericht soll es möglich sein, genügend Kapazitäten für den Autoverlad Richtung Süden bereit zu stellen.
 
 
 
Zwischen 2020 und 2025 muss der Gotthard-Strassentunnel umfassend erneuert werden. Ende letzten Jahres hatte der Bundesrat drei Sanierungsvarianten vorgestellt: Die Vollsperrung für zweieinhalb Jahre ohne Öffnung während des Smmers (Kosten: 1,2 Mrd. Fr.), die Vollsperrung für dreieinhalb Jahre mit Sommeröffnung (1,3 Mrd. Fr.) sowie den Bau einer zweiten Tunnelröhre ohne Kapazitätserweiterung (2,7 Mrd. Fr.). Auf Wunsch der ständerätlichen Verkehrskommission gab das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) den ergänzenden Bericht zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen dieser drei Varianten in Auftrag.
 
Zwar werden gemäss Bericht alle drei Sanierungsvarianten die Erreichbarkeit der Kantone Tessin und Uri während der Sanierung einschränken und sich in gewissen Bereichen negativ auswirken. Der Einfluss auf die Gesamtwirtschaft der Kantone sei aber vergleichsweise gering. Eine allfällige Sperrung des Tunnels wäre zeitlich begrenzt und planbar. Somit sollte es laut den Autoren möglich sein, rechtzeitig ausreichende Verladekapazitäten für Personenwagen und den Schwerverkehr sowie Ausweichrouten zu schaffen. Zumal bis zur Sanierung auch der neue Eisenbahntunnel zur Verfügung steht.

Grosses Wertschöpfungspotenzial bei zweiter Röhre

Der Bericht geht davon aus, dass das Potenzial, das sich durch die Sanierung ergibt, die negativen Auswirkungen auf den Tourismus und die verladene Wirtschaft überwiegen wird. In Zahlen bedeutet dies: Bei einer Vollsperrung ohne Sommeröffnung werden die Verluste auf 128 bis 294 Millionen Franken beziffert, das Potenzial für die Wertschöpfung auf rund 585 Mio. Fr. Bei einer Vollsperrung mit Sommeröffnung wären die negativen Auswirkungen etwas weniger ausgeprägt, das Potenzial für die Wertschöpfung hingegen wäre etwas grösser.
 
Noch eine bessere Wertschöpfungsbilanz ergäbe sich laut Studie durch den Bau einer zweiten Tunnelröhre: Hier läge das Potenzial bei 1,2 Mrd. Fr., die Verluste bei 19 bis 40 Mio. Fr. Ohne Einbussen ginge es aber auch bei dieser Variante nicht.
 
Von einer Vollsperrung besonders betroffen wäre der Tourismus in Locarno und in der Leventina sowie im Bedretto- und Bleniotal. Tankstellen und Raststätte müssten Umsatzeinbussen zwischen vier und sieben Mio. Fr. pro Jahr hin nehmen. Andermatt als Tourismusort wäre laut Bericht zwar wegen längerer Anreisezeit und zusätzlichem Verkehr etwas weniger attraktiv, würde aber nicht prinzipiell in Frage gestellt. Entscheidend für die regionale Wertschöpfung wird die Frage sein, ob bei der Vergabe der Sanierungsarbeiten lokale Unternehmen berücksichtigt werden. Die Studie erkennt bei Urner und Tessiner Baufirmen „ein beträchtliches Potenzial“. Viel hänge auch davon ab, wie leistungsfähig der Bahnverlad für Personenwagen, Cars und Lastwagen ausgestaltet wird, heisst es weiter.
 
Das UVEK will diesen Bericht zu den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen nun mit den Verkehrskommissionen der beiden Räte besprechen. Danach plant das UVEK dem Bundesrat einen konkreten Vorschlag zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten. Ziel ist es, im Verlaufe des kommenden Jahres eine politische Entscheidung zu fällen. (mai/sda)
 
Linktipp:
Bericht "Regionalwirtschafliche Auswirkungen von Varianten zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels" auf www.news.admin.ch