Uran von der Nant-de-Drance-Baustelle

Uran von der Nant-de-Drance-Baustelle

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Besonderer Fund im Unterwallis: Unter den 12.8 Tonnen Aushubmaterial von den Bauarbeiten für das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance befand sich auch uranhaltiges Gestein. Dieses Uranerz wird jetzt zur Aufbereitung exportiert - ein extrem seltener Vorgang für die Schweiz.

Die Region des Trienttals, wo zurzeit das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance gebaut wird, ist bekannt für ihr uranhaltiges Gestein. Dies teilte die Nant de Drance AG heute Dienstag mitteilte. Das ausgebrochene Gestein enthielt deshalb natürlicherweise uranhaltige Mineralien. Die Urankonzentration dieses Materials beträgt rund zwei Prozent, was eine spezielle Handhabung erforderte. Das Uranerz wurde in eine Anlage nach Tschechien gebracht, wo es zu Urankonzentrat aufbereitet wird. Transportiert wurde das radioaktive Material mit einem Spezialcontainer, zudem brauchte es Bewilligungen der Bundesämter für Gesundheit (BAG) und für Energie (BFE), wie die Nant de Drance AG festhielt.

Beim BFE kann man sich an keinen ähnlichen Fall eines Uranexportes erinnern, wie Mediensprecherin Marianne Zünd gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärte. In der Schweiz hatte man zwar in den Anfängen der Nuklearenergie die Uranvorkommen erforscht. Zwischen Anfang der 1960er-Jahre und Beginn der 1980er-Jahre ist eine Studie über Uran in der Schweiz erstellt worden, an der sich auch das BFE finanziell beteiligte. Im Unterwallis konnte im Zuge dieser  Untersuchungen die stärkste Urankonzentration nachgewiesen werden.

Uranhaltiges Gestein wurde unter anderem auch in Graubünden und im Tessin gefunden, wenn auch in schwächerer Konzentration. Das Uran blieb jedoch im Boden, denn ein Abbau hätte sich nicht gelohnt. (mai/sda)