Unterwegs in der Vergangenheit

Unterwegs in der Vergangenheit

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Teaserbild-Quelle: Swiss-Image
In Luzern gehören die dreieckigen Bilder aus dem 16. und 17. Jahrhundert in den Giebeln der Holzbrücken zu den beliebtesten Fotosujets. Allerdings können sie kaum mehr in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Ein kleines virtuelles Museum schafft nun Abhilfe.
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Beim Brand von 1993 waren rund 90 Bilder verloren gegangen. Sie können nun im Internet bewundert werden.
 
 
 
Die Bilderzyklen der Hof-, der Kapell- und der Spreuerbrücke gehören zu den bedeutendsten Kulturgütern der Stadt Luzern. Allerdings ist nur noch der Totentanz der Spreuerbrücke als Gesamtkunstwerk erhalten. Deshalb hat das Stadtarchiv Luzern die vorhandenen Sicherungsfotografien digitalisiert und in einem kleinen virtuellen Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
 
Die über 450 dreieckigen Bilder der Kapell-, der Spreuer- und der früheren Hofbrücke vermittelten vielfältige Geschichten vergangener Lebenswelten, schreibt das Stadtarchiv in seiner Medienmitteilung. Die Bilder vermöchten einzigartige Einblicke in die Geschichte der Stadt zu bieten. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, dass sich der Sinn der einzelnen Bilder vielfach nur im Gesamtkontext der jeweiligen Zyklen erschliessen lasse. Dem soll nun die Website der Stadt Abhilfe schaffen.
 
Zudem bietet die Website etwas, was heute nicht mehr möglich ist: Sie zeigt die Bilder Hofbrücke als ganzen Zyklus. Die Kunstwerke so zu sehen war zum letzten Mal im 19. Jahrhundert möglich: Die Brücke, die einst Kernstadt mit dem Stiftsbezirk St. Leodegar verband und als Wehranlage diente, fiel Mitte des 19. Jahrhunderts der Aufschüttung des Schwanenplatzes und des Schweizerhofquais zum Opfer. Die 239 Brückenbilder wurden eingelagert oder als künstlerischer Schmuck für öffentliche Gebäude verwendet. Einige Malereien verschwanden für immer. Die einzelnen Bilder konnten zwar noch betrachtet und interpretiert werden, der Sinn als lesbares Gesamtkunstwerk ging jedoch völlig verloren. - Die Bilder der Hofbrücke – entstanden ab 1552 –stellen biblische Geschichten des Alten und Neuen Testaments dar.
 
Ausserdem lassen sich auch diejenigen Bilder der Kapellbrücke im Web bewundern, die dem Brand von 1993 zum Opfer fielen. Denn glücklicherweise warn die Malereien ein Jahr zuvor fotografiert worden.  (mai/pd)