Unterwegs in der Unterwelt

Unterwegs in der Unterwelt

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Alljährlich finden im September in ganz Europa die Tage des Denkmals statt. Kommendes Wochenende ist es wieder so weit. In der Schweiz stehen Samstag und Sonntag ganz im Zeichen des Untergrundes: An über 300 Orten geht es hinab in die Tiefe oder hinein den Berg, mit Führungen, Vorträgen oder freien Besichtigungen.
 
 
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Die Festungsanlage KP Heinrich wurde zwischen 1941 und 1943 bei Spiez ausgebrochen.
 
Festungen, Freimaurerlogen, Krypten, Minen, Verliese, Wasserstollen und Käsekeller: Was dem Auge sonst verborgen bleibt, holt die Schweizer Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals ans Licht. Unter dem Motto «Im Untergrund» lädt die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung (NIKE) zu Entdeckungstouren unter den Boden ein und gewährt damit den Besuchern Einblicke in spannende und teils ¬finstere Welten.
 
Rund 310 normalerweise verschlossene Orte werden dem Publikum zugänglich gemacht. So öffnen etwa in der Romandie verschiedene Freimaurer-Logen für einmal auch Nichteingeweihten ihre Pforten. In Tramelan BE wird das Archiv und die Bibliothek der Mennoniten-Gemeinschaft vorgestellt. Das Schloss Arenenberg am Bodensee erzählt mit ¬einem wieder entdeckten «kaiserlichen Badesaal» von den Badefreuden Napoleons III. An anderen Schauplätzen geht es um das Leben im Reduit und im Krieg: In Luzern wird zu einem Gang durch die grösste Zivilschutzanlage der Welt geladen. Zudem lassen sich fast im ganzen Land zahl¬reiche Bunker-, Festungs- und Sperranlagen ¬besichtigen. Noch weiter zurück in die Vergangenheit geht es in Zürich: Dort wird die Zeit der Christianisierung und der Stadtheiligen wieder lebendig, etwa mit Führungen durch die Krypten des Frau- und des Grossmünsters. Um Wasser und Energie geht es im Val Bavona TI, wo man das Innenleben der Stauanlage von Cavagnoli auf 2320 m ü. M. erkunden kann. Mit einem Highlight für Bauinteressierte wartet Göschenen auf, und zwar mit einer Führung und einem Vortrag zur Vermessung des ersten Gotthardtunnels vor 140 Jahren. Zudem sind in Neuenburg die alten Abbaustätten und Minen für Asphalt, Eisen und Kohle ein Thema.
 
Das Spektrum der Veranstaltungen ist so vielfältig wie die Stätten, um die es geht. Es reicht von Führungen und freien Besichtigungen über Vorträge, Velotouren und Filmvorführungen bis hin zu Konzerten. Ein Grossteil davon eignet sich auch für Familien. Nähere Informationen zu den rund 750 Anlässen gibt es unter der Adresse www.hereinspaziert.ch: Dort kann in einer Denkmaltage-Datenbank nach Ortschaften und Kantonen gesucht werden. (mai)