Unterwasser-Gewächshaus: Basilikum vom Meeresgrund

Unterwasser-Gewächshaus: Basilikum vom Meeresgrund

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Sie erinnern an Ufos oder Quallen: die Unterwasser-Gewächshäuser von Nemos Garten vor der ligurischen Küste. Ihre Erfinder  –  Betreiber eines italienischen Unternehmens für Tauchzubehör – glauben, dass ihre Kreation regenarme aber küstennahe Regionen beim Anbau von Gemüse und Obst unabhängiger vom Wetter machen könnte.  

In den Gewächshäusern von Nemos Garten gedeihen Basilikum, Erdbeeren und Lattiche. Sie entwickeln sich gut. Denn die  Lebensbedingungen sind hier für gewisse Pflanzen ideal  – es herrscht eine konstante Luftfeuchtigkeit von rund 95 Prozent und ist stets 26 Grad warm. Grund für das perfekte Klima ist die ausgefallene Lage von Nemos Garten. Er liegt nicht irgendwo auf dem Feld, sondern rund sechs Meter unter der Meeresoberfläche, vor der ligurischen Küste in der Nähe von Noli. Insgesamt befinden sich hier sieben verschieden grosse Gewächshäuser, die eigentlich am Boden verankerte Taucherglocken sind.

Nemos Garten ist ein Projekt von Sergio Gamberini und seinem Sohn Luca, die mit Ocean Reef ein Unternehmen für Tauchzubehör betreiben. Den Anstoss zum Garten gab eine Basilikumpflanze, die Sergio Gamberini in einer  selbstgebauten Plastikblase unter Wasser gezogen hat. Aus dem Experiment wurde Ernst, als Sergio und Luca fest stellten, dass Basilikum unter der kleinen Kunststoffkuppel beinahe doppelt so schnell wächst wie unter freiem Himmel. In der Folge perfektionierten sie das Unterwasser-Gewächshaus, weil sich die Kuppel aus Plastik und Stahl wegen des unter Wasser herrschenden Drucks verformte.

Zwar ist sie nach den verschiedenen Überarbeitungen noch nicht hundertprozentig marktreif, aber fit genug für die Expo ein Mailand schon. Zurzeit präsentieren die Gamberinis dort ihr Projekt der Öffentlichkeit. Sie glauben, dass dereinst Regionen in Küstennähe, wo Hitze und Regenmangel Pflanzen das Leben schwer machen, bei der Versorgung mit Gemüse und Obst von ihrer Erfindung profitieren könnten. Immerhin haben die zwei Unterwassergärtner offenbar bereits entsprechende Anfragen erhalten.  

Doch bevor sie grosse Gewächshäuser auf den Markt bringen, wollen sie Miniausgaben ihrer Erfindung verkaufen: kleine Plastikblasen, in denen Kräuter im eigenen Aquarium angepflanzt werden können. Sie dürften wohl auch die Weiterentwicklung der grossen Gewächshäuser mit finanzieren. Allerdings sammalen die Gamberinis dafür zurzeit auch auf dem Crowdfundingportal Kickstarter Geld. (mai)

Surftipps:
Website zum Projekt: www.nemosgarden.com
Kickstarter-Kampagne: www.kickstarter.com/projects/167851046/nemos-garden-growing-plants-underwater-and-in-aqua