Unterhaltsarbeiten auf der Autobahn belasten

Unterhaltsarbeiten auf der Autobahn belasten

Gefäss: 
Personen, die Unterhaltsarbeiten an Autobahnen ausführen sind erhöhten schädlichen Feinstaubemissionen ausgesetzt. Dabei stammt der grösste Teil dieser Emissionen aber nicht vom Verkehr, sondern von den kleinen, motorisierten Arbeitsgeräten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Schweizer Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie. 
 
Während 22 Monaten – zwischen Mai 2010 bis Februar 2012 - haben Forscher des Institutes für Arbeit und Gesundheit in Lausanne 18 Arbeiter an 50 Arbeitstagen beim Arbeiten am Unterhalt von Autobahnen begleitet. Dabei ging es um Einsätze beim Schneeräumen, Ausbessern von Leitplanken, Kanalreinigen, Holzen oder Mähen der Mittelstreifen-Bepflanzung. Gemessen wurde dabei, wie stark die Arbeiter während der verschiedenen Tätigkeiten Belastungen durch Luftschadstoffe, Feinstaub und Lärm ausgesetzt sind. Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung sind Unterhaltsarbeiter einer drei- bis achtfach stärkeren Feinstaubbelastung ausgesetzt. Und die Lärmbelastung übersteigt oft die für Gehörschäden kritische 85-Dezibel-Grenze.

Verkehr ist nicht Emissionshauptquelle 

Der bei Autobahn-Unterhaltsarbeiten meist konzentriert und dicht vorbeiziehende Verkehr zeigte sich dabei jedoch nicht als die Emissionshauptquelle. Für mehr als die Hälfte der Feinstaublast sind die Arbeiten mit Motorsensen und Motorsägen verantwortlich. Reto Meier, der Erstautor der Studie sagt es deutlich: "Die kleinen Verbrennungsmotoren auf dem Rücken arbeiten mit Benzin, das mit Ölzusätzen vermischt wird. Das macht sie zu Dreckschleudern". Hier, bei der Qualität der Arbeitsgeräte, gilt es zuerst anzusetzen. Auf der einen Seite ist das eine Herausforderung für die Geräte-Hersteller, aber auch die Arbeitgeber hätten es in der Hand emissionsärmere Geräte zu evaluieren, bzw. anzuschaffen.

Gehörschutz nicht nur bei selbstverursachtem Lärm

Aufgefallen ist den Forschenden dabei, dass die Arbeiter den Gehörschutz verwendeten, wenn sie den Lärm selbst verursachten, ihn aber oft nicht benutzten, wenn der Lärm von der Autobahn oder von ihren Kollegen herrührte. Dem grössten Lärm sind die Unterhaltsarbeiter ausgesetzt, wenn sie den Presslufthammer zur Hand nehmen. Hohe Lärmemissionen von durchschnittlich über 90 Dezibel sind jedoch auch mit dem Gebrauch von Motorsensen oder Motorsägen und mit Unterhaltsarbeiten in Autobahntunnels verbunden. (mai/zvg)