Untergrundpark: New Yorks Highline erhält eine Schwester

Untergrundpark: New Yorks Highline erhält eine Schwester

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Sonnenlicht soll unter dem Asphalt New Yorks den Untergrundpark "Lowline" dereinst zum Grünen und Blühen bringen. Wie das geht, wissen zwei Architekten und ein britisch-koreanisches Startup.

New Yorks Highline, ein verwildert anmutender Park, der auf einem ungenutzten Güterbahntrassee mitten in Manhattan zum Verweilen zwischen Königskerze und Glockenblume einlädt, soll mit der sogenannten Lowline ein unterirdisches Pendant erhalten. Die Architekten James Ramsey und Dan Barasch wollen im seit 1948 nicht mehr genutzten "Delancy Street Bus Terminal" einen unterirdischen Park anlegen. Dass ein Grünraum unter dem Getümmel des Big Apple möglich ist, dürfte klar sein. Auf der Website zum Projekt - www.thelowline.com - werden regelmässig Bilder einer Testinstallation hochgeladen, welche zeigen, wie Moos, Efeu und Farn unterirdisch gedeihen.

Ramsey und Barasch engagieren sich seit rund vier Jahren für die Verwirklichung ihrer Vision. Seit kurzem sind ihr einen Schritt näher. Sie konnten dieser Tage mit einer Kampagne auf dem Crowdsourcing-Portal Kickstarter 220‘000 Dollar zusammenbringen, um ein  Testlabor zu finanzieren: Mit ihm soll geklärt werden, wie das Tageslicht für Bäume und Blumen unter den Asphalt gebracht wird, damit die Beleuchtung nicht nur den ästhetischen Ansprüchen der Architekten genügt und sondern auch gleichzeitig die Pflanzen zum blühen bringt. Dabei setzen die sie auf eine ausgeklügelte Technologie: Diese besteht aus einem komplexen System aus Sonnenlichtkollektoren, Parabolschüsseln und Linsen, welche die Sonnenstrahlen in die vor über hundert Jahren ausgebrochene Kaverne leiten. Unter dem Boden wird sie dann verteilt – gemäss den Visualisierungen über organisch anmutende, verspiegelte Decke.  

Hinter der dem schlauen Beleuchtungssystem steckt das auf Tageslichttechnologien spezialisierte britisch-koreanische  Startup „SunPortal“.  Allderings muss das System noch exakt auf die Bedürfnisse eines Untergrundparks zugeschnitten werden; bisher „erleuchteten“ die Experten von „SunPortal“ etwa ein Kraftwerk und ein Subway in Korea. Wie James Ramsey gegenüber den Online-Newsportal gizmodo.com erklärte, wird die Lowline-Beleuchtung letztlich ein „komplett eigenständiges Design“ haben.

Bis es soweit ist, wird es noch dauern. Ramsey und Barasch müssen sich weiter um Geld für ihr ambitioniertes Projekt kümmern. Sie rechnen mit Kosten von  zirka insgesamt 60 Millionen Dollar. (mai)