Unter dem fliegenden Teppich

Unter dem fliegenden Teppich

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Geheimnisvolle Höhle oder fliegender Teppich? Das hängt vom Blickwinkel ab. Von aussen sieht die Überdachung für einen Markt, die Michael Labrory und Bertrand Schippan im Rahmen eines Wettbewerbs für einen Platz in Casablanca konzipiert haben, wie ein Teppich aus, der sich gleich in die Lüfte erhebt.
 
 
Von innen erinnert das Gebilde aus zahllosen miteinander verbundenen Kuben an eine Tropfsteinhöhle. Doch die Würfel sind mehr als Bauelemente. Sie dienen den Händlern auch als Lager für ihre Waren. Zudem hat das französisch-belgische Architektenduo die Halle so geplant, dass sich die Würfel mittels hydraulischer Säulen im Boden versenken oder in die Höhe ­heben lassen. Dadruch kann das Dach seine Form verändern und sich den Anlässen anpassen, die darunter stattfinden. Aber auch wenn nichts auf dem Programm steht, lädt der Marktplatz zum Verweilen ein. Die Oberflächen der einzelnen Boxen leuchten in unterschiedlichen Rot- und Orange­tönen und funktionieren als Riesenteppich für alle. Umgesetzt wird diese verspielte Vision aber nicht. (mai)
 

Markt unter den Blättern

Die Behörden der marokkanischen Metropole entschieden sich für einen leichter realisierbaren Vorschlag, für das Projekt der Tom David Architecten. Die Holländer entwarfen fächerartige, geschwungene Dächer, für deren Form sie sich von Pflanzen inspirieren liessen. Sie bestehen aus Stahl und Beton. Und ihre Oberfläche, die auf der Visualisierung leicht golden erscheint, besteht aus Holz. Auch was ihre Anordnung betrifft, erinnern die Dächer an das Pflanzenreich. Seine "Blätter" überlappen sich, so dass einerseits die Luft darunter zirkulieren und für ein angenehmes Klima im Schatten sorgen kann. Andererseits kann dank dieser Konstruktion das Wasser von den Dächern so abfliessen, dass es unterhalb des Marktplatzes aufgefangen werden und wiederverwertet werden kann. (mai)