Universitätsbibliothek Graz: Schwebender Kasten aus Glas

Universitätsbibliothek Graz: Schwebender Kasten aus Glas

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung: © Atelier Thomas Pucher ZT GmbH

Die Bibliothek der Universität Graz erhält einen Anbau in Form eines riesigen, über das 124jährige Gebäude hinaus kragenden Glasquaders. Der Kontrast von Alt und Neu könnte kaum grösser sein. Dennoch oder wohl gerade deswegen überzeugte das Projekt des Grazer Büros Atelier Thomas Pucher die Jury des Architekturwettbewerbs.

Seit ihrer Eröffnung 1895 ist der Bestand Bibliothek auf vier Millionen Bücher und andere Medien angewachsen. Auch was ihre Architektur anbelangt, ist sie gewachsen. Im Laufe der Zeit wurde sie mit verschiedenen Bauten ergänzt. Mit dem geplanten Um- und Ausbau soll die Büchersammlung wieder zu einer Einheit werden. Der Baustart für das umgerechnet knapp 17 Millionen Franken schwere Projektes ist für das Frühjahr 2017 vorgesehen, die Fertigstellung für 2019.

Das Projekt für die grösste Bibliothek der Steiermark umfasst einen neuen, unter dem Campus versenkten Hörsaal für 430 Studenten sowie neben anderem weitere 200 Lese- und Arbeitsplätze zu den bereits existierenden 450. Sie sollen im zweistöckigen Glasbalken auf dem historischen Gebäude Platz finden. Insgesamt rücke der traditionsreiche, vom k.u.k Hoftischlermeister Anton Irschick ausgestatte Lesesaal im Stil der Neorenaissance stärker ins Zentrum der modernisierten Universitätsbibliothek, teilt die Universität dazu mit. Gleichzeitig komme es zu einer Entflechtung der bisherigen Aufgaben und Nutzungen.  

Damit das Projekt  realisiert werden kann, wird das bestehende Foyer aus den 70er-Jahren rückgebaut. Zurzeit verdeckt es noch Fassade des historischen Bibliotheksgebäudes, die nach dem Umbau wieder sichtbar sein soll. Der seitliche Anbau aus den 90er-Jahren bleibt hingegen bestehen und ergänzt ihn auf der gegenüberliegenden Seite der Bibliothek mit einem Glasbau, der künftig als Eingangshalle dient. „Im Zusammenspiel ergibt sich ein Ensemble der unterschiedlichsten Baukörper und Stile“, sagt Architekt Thomas Pucher. Es sei eigentlich eine spannende Geschichte der Zeit am Campus. (mai)