Ungesundes Edelgas

Ungesundes Edelgas

Gefäss: 
Stehen bald Tausende von Sanierungen an, weil Radon die Gesundheit stärker belastet als bisher angenommen? Das Bundesamt für Gesundheit will die Richtwerte für das Edelgas entsprechend anpassen.
 
Das radioaktive Edelgas Radon kommt in der Schweiz vor allem in den Alpen und im Jura vor. „Beim natürlichen Zerfall von Uran entsteht unter anderem Radium und daraus Radon“, erklärt das Bundesamt für Gesundheit (BAG)auf seiner Website. Weil Radonatome weiter zerfallen entstehen sogenannte „Radonnachfolgeprodukte“. Sie sind auch radioaktiv und schweben in der Atemluft. Dabei lagern sie sich nach und nach etwa im Innern von Häusern ab. Geraten sie beim Einatmen in die Lunge, können sie sich auf dem Lungengewebe ablagern – schlimmstenfalls wird dadurch Lungenkrebs ausgelöst. Jährlich sterben rund 2’700 Menschen an Lungenkrebs. Das BAG nimmt an, dass in 200 bis 300 Fällen Radon die Ursache war. Wie neueste Erkenntnisse zeigten, muss diese Annahme möglicherweise nach oben korrigiert werden. Die WHO reagierte vergangenes Jahr darauf und passt die empfohlenen Grenzwerte entsprechend an.
 
Das BAG will nachziehen: Noch gelten zwar 1000 Becquerel pro Quadratmeter in Wohn- und Aufenthaltsräumen als Grenzwert, doch das BAG empfiehlt mittlerweile sich an einen Wert von 300 Becquerel pro Quadratmeter zu halten. Wie Martha Gruson von der Sektion Radiologische Risiken des BAG gegenüber der „Basler Zeitung“ (BaZ)ausführt, sollen bei der kommenden Revision der Strahlenschutzverordnung 2014 in diesem Zusammenhang Anpassungen vorgenommen werden. Wegen solcher neuen Grenzwerte müssten laut BaZ zehnmal mehr Gebäude gesetzeshalber saniert werden als bisher. In der ganzen Schweiz wären 50'000 bis 100'000 Gebäude betroffen. Im Raum Basel tangiert dies vor allem Riehen und einige Baselbieter Dörfer, wie die BaZ weiss. So bedürfte in Riehen mit neuen Normen etwa jedes fünfte Haus einer Sanierung. Dies erklärt Markus Zehringer, Strahlenschutzsachverständiger beim Basler Kantonslabor, im Artikel. (mai)

Linktipp zum Thema: www.bag.admin.ch