Unesco verurteilt Zerstörung Palmyras als Kriegsverbrechen

Unesco verurteilt Zerstörung Palmyras als Kriegsverbrechen

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Die erneuten Übergriffe der Terrormiliz IS auf historische Monumente in der syrischen Oasenstadt Palmyra werden von der Unesco scharf verurteilt. "Diese Zerstörung ist ein neues Kriegsverbrechen und ein immenser Verlust für das syrische Volk und die Menschheit", sagte Unesco-Chefin Irina Bokowa heute Freitag in Paris.

Satellitenbilder des Uno-Programms Unosat bestätigen die Zerstörung des Tetrapylons und von Teilen der Bühnenfassade des römischen Amphitheaters. Dies teilte die Kulturorganisation der Vereinten Nationen mit. Nur Stunden zuvor habe die Unesco Berichte über Massenhinrichtungen in dem Theater erhalten, sagte Bokowa. Dies zeige, dass die "kulturellen Säuberungen" der Extremisten sowohl Menschenleben als auch historische Monumente vernichten wollten, "um dem syrischen Volk seine Vergangenheit und seine Zukunft zu nehmen". Das Tetrapylon, ein typisches Monument der römischen Architektur, sei ein Symbol für den Geist der Begegnung und die Offenheit Palmyras - "und dies ist auch einer der Gründe, warum es zerstört wurde", sagte Bokowa. - Seit 1980 gehört die  historische Oasenstadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Russland bezeichnete die Zerstörungen in Palmyra als Tragödie. Das syrische Militär gebe Pläne für eine Rückeroberung nicht auf, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Russland unterstützt Syrien seit 2015 militärisch. Aussenminister Sergej Lawrow sprach von einem barbarischen Akt und rief zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. Es brauche erst einen Donnerschlag, damit die internationale Gemeinschaft in Bewegung komme, sagte er der Agentur Interfax zufolge. (sda)