Unerwünschte Graffiti: Zürich schützt Bauten nach eigenem Rezept

Unerwünschte Graffiti: Zürich schützt Bauten nach eigenem Rezept

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Die Fachstelle Graffiti der Stadt Zürich hat für den Schutz der stadteigenen Bauten vor unerwünschten Sprayereien eigens ein Produkt entwickelt. Laut Hochbaudepartement genügt es den Ansprüchen des Gebäudeunterhalts, der Denkmalpflege und des Gewässerschutzes.

Letzten Sommer schmückten leuchtend blaue Graffiti mit gelben Elementen die Wand vor der Baustelle auf der Quaibrücke. Auch wenn Löwe und Co. nicht über die versperrte Sicht auf den Zürichsee hinweg trösteten, verschönerten sie immerhin das Pressholz der Absperrung. Die Wand dürfte einer der Orte gewesen sein, den die Stadt jeweils Künstlern zum legalen Sprayen zur Verfügung stellt.

Illegale „Kunstwerke“ versucht man bei der Stadt Zürich mit Graffitischutzmitteln zu verhindern.  Allerdings entsprachen die verwendeten Produkte bisher nicht den eher schwierigen Anforderungen:  Ein guter Graffitischutz muss witterungsbeständig sein und darf gleichzeitig keine Rückstände hinterlassen oder den Untergrund angreifen. Überdies sollte er biologisch abgebaut werden können.  In der Praxis habe diese Kombination bis vor kurzem als schwierig gegolten, heisst es in der Medienmitteilung des Hochdepartements. Ein Teil der auf dem Markt vorhandenen Produkte sei zwar witterungsbeständig, greife aber gewisse Bausubstanzen an. Andere wiederum könnten zwar auf allen Untergründen appliziert werden, seien jedoch nicht sehr beständig.

Weil die Fachstelle Graffiti immer wieder mit dieser Situation konfrontiert worden ist, entwickelte sie in Zusammenarbeit mit externen Partnern ein Schutzsystem: Heute wurde „Aravel“ im Rahmen einer Medienkonferenz präsentiert. Laut Priska Rast, Graffitibeauftragte der Stadt Zürich, schützt mit Aravel ein Produkt „erstmals vor dem Eindringen der Farbe, ohne dass der Untergrund verschossen oder anderweitig verändert“ wird. Zudem sei die Schutzschicht praktisch unsichtbar, sagt Rast und verweist darauf, dass dies Tests im Labor und Objekten gezeigt hätten.

Wie das Hochbaudepartment mitteilt wurde mit der Produktion wurde die Malerwerkstatt „Schöns Züri“ betraut, ein Projekt der Arbeitsintegration des Sozialdepartements.  – Ab Sommer soll Aravel auch für Private erhältlich sein, hergestellt wird es dann allerdings von einem privaten Partner, der Keimfarben AG. (mai)