Und wieder wird gebaut ...

Und wieder wird gebaut ...

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Teaserbild-Quelle: Bertilvidet/Wikimedia
Die Bauarbeiten am Tigris-Staudamm Ilisu sind wieder aufgenommen worden. Vergangenes Jahr hatten die Schweiz, Deutschland und Österreich ihre Bürgschaften gekündigt und damit die Zukunft des Megaprojekts in Frage gestellt.
 
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Der Staudamm würde die historisch bedeutsame Stadt unter Wasser setzen.
 
Ein Teil des fehlenden Geldes werde nun durch die türkische Halkbank in Bahrain aufgebracht. Dies teilt die internationale Kampagne gegen den Bau unter Berufung auf diplomatische Quellen mit. Die Aufträge von Alstom und der Strabag-Tochter Züblin seien von türkischen Firmen übernommen worden. Die österreichische Andritz AG verbleibe als einziges europäisches Unternehmen im umstrittenen Ilisu-Staudammprojekt.
 
Ein Besuch im Tigris-Tal vor einigen Tagen habe ergeben, dass es wieder "massive Bauarbeiten" eingesetzt hätten. Anwälte der Gegner versuchten derzeit den Bau des Staudamms zu stoppen, heisst es in der Medienmitteilung der internationalen Kampagne gegen den Staudamm weiter. Der Bau sei nach Rückzug der beiden europäischen Firmen selbst nach türkischem Recht illegal, weil die Bauvergabe an ein internationales Konsortium vergeben worden sei, schreibt die Kampagne in ihrem Communiqué. Die türkische Wasserbaubehörde argumentiere, dass sich das Baukonsortium nicht geändert habe, weil die österreichische Andritz AG weiterhin mit dabei sei, heisst es weiter.
 
Die Gegner des Staudamms haben nun die Andritz AG aufgerufen, nicht als einziges europäisches Unternehmen im Konsortium für den Bau des Staudamms zu bleiben. "Kündigt auch Andritz die Verträge, muss der Bau gestoppt und das Projekt neu ausgeschrieben werden", erklärt Ulrich Eichelmann, Koordinator der Kampagne gegen den Ilisu-Damm.
 
Die Schweiz, Deutschland und Österreich hatten Kreditbürgschaften im Juli vergangenen Jahres gestoppt, weil das Projekt Umweltauflagen verletzt und Kulturgüter am Ufer des Tigris gefährdet. Zudem hat es gegen das Bauprojekt, das auch die archäologisch bedeutsame Stadt Hasankeyf bedroht, im In- und Ausland Proteste gegeben. Trotzdem hält die türkische Regierung am Bau fest: denn mit einem 300 Quadratkilometer grossen Stausee soll nicht nur Energie gewonnen, sondern auch auch bessere Bewässerungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft geschaffen werden können. (mai/mgt)