Umzug: Bessere Wohnung wichtiger als Standort

Umzug: Bessere Wohnung wichtiger als Standort

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Wenn Herr und Frau Schweizer umziehen, ist die oft die neue Wohnung oder das neue Haus wichtiger bei der Wahl eines neuen Zuhauses. Der Standort ist zweitrangig. Das zeigt eine Studie des Umzugsmonitorings, einem Ableger der Hochschule Luzern-Wirtschaft. Sie relativiert damit die Ranglisten zur Standortattraktivität.

Städte- und Gemeinderankings definieren Standortattraktivität oft, indem sie allen Haushalten dieselben Vorlieben – etwa tiefe Steuern oder Zentrumsnähe – zuschreiben. So landen dann Wohnorte wie Zug, Wollerau oder Kilchberg in schöner Regelmässigkeit auf den ersten Plätzen. Aber hinsichtlich des Wohnobjekts bieten sie aufgrund der hohen Immobilienpreise kaum Verbesserungen. Doch genau das ist Umzugswilligen wichtig, wie die Studie zeigt. Demnach spielt es keine grosse Rolle, ob der Umzug von der Stadt aufs Land, vom Land in die Agglomeration oder innerhalb eines Ortstyps erfolgt. Den meisten Befragten seien Verbesserungen bei der Wohnung wichtiger als die Unzufriedenheit mit dem Wohnort, heisst es in einer Mitteilung. Umgekehrt ist es nur bei jenen, die vom Land in die Stadt ziehen – für sie sind die Vorteile des neuen Orts wichtiger. „Das bedeutet, dass Gemeinden und Städte mit gutem Ranking nicht per se als möglicher Wohnort in Frage kommen, insbesondere dann nicht, wenn sie auf die Umzugsgründe keine Antwort bieten können, zum Beispiel mit besseren Wohnobjekten“, so Studienleiterin Katja Delbiaggio.

Die Gründe für einen Umzug sind vielseitig. Wie die Befragung (12‘315 Umzüger zwischen 2010 und 2013) ergab, spielte die Veränderung der Haushaltsform – zum Beispiel eine Familiengründung – eine wichtige Rolle. Auch ein Arbeitswechsel oder eine Ausbildung war für die meisten Befragten relevant, am meisten für jene, die in stärker urbanisierte Räume ziehen oder innerhalb des städtischen Raums zügeln. (pd)