Umzonierung "Papieri": Cham ZG erhält 15 Prozent

Umzonierung "Papieri": Cham ZG erhält 15 Prozent

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Derzeit läuft ein Studienauftrag zur Umzonierung des Areals der Papierfabrik im Zentrum von Cham. Die Gemeinde soll etwa 18’000 von insgesamt 120'000 Quadratmeter erhalten.

 

Bei der Arealentwicklung "Papieri" im Zentrum von Cham ZG haben sich der Gemeinderat und Eigentümerin Cham Paper Group Schweiz AG auf einen sogenannten Planungsausgleich geeinigt, wie die Gemeinde heute in einer Mitteilung bekannt gab. Das rund 120'000 Quadratmeter grosse, historische Fabrikareal "Papieri" soll von der heutigen Industrie- und Gewerbezone in eine Wohn- und Arbeitszone umgewandelt werden. Vom Mehrwert, der durch die Aufwertung entsteht, profitiert die Gemeinde mit 15 Prozent des Landes beziehungsweise etwa 18'000 Quadratmeter. Cham erhält demnach nicht nur einen Teil des Areals, sie kann auch einen Teil einer SP-Motion "Preisgünstiger Wohnungsbau" erfüllen. Vereinbart wurde nämlich, dass 100 Wohnungen nach den Richtlinien des preisgünstigen Wohnungsbaus erstellt und vermietet werden. Dem in der Motion geforderten Ziel der Schaffung von 200 preisgünstigen Wohnungen innert zehn Jahren komme die Gemeinde Schritt für Schritt näher, heisst es in der Mitteilung

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Industrieareal an der Lorze in Cham.

Die Gemeinde ist je nach Resultat der Testplanung daran interessiert, eines der alten Gebäudes zu übernehmen und für eine sozio-kulturelle Nutzung zur Verfügung zu stellen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Als Beispiel wird ein Lagerhaus, das einst ein Feuerwehrlokal war, erwähnt. Die Altlastensanierung wird vollumfänglich von der Cham Paper Group übernommen. Derzeit läuft ein von Gemeinde und Cham Paper Group gemeinsam lancierter städtebaulicher Studienauftrag mit folgenden vier Planerteams:

  • Arbeitsgemeinschaft Albi Nussbaumer Architekten, Zug und Boltshauser Architekten, Zürich
  • Diener & Diener Architekten, Basel
  • Güller Güller architecture urbanism, Zürich
  • KCAP Architects & Planners, Zürich

Noch vor den Sommerferien 2014 werde das Siegerprojekt vorgestellt, schreibt die Gemeinde. Es soll zeigen, wie die künftige Bebauung auf dem "Papieri"-Areal aussehen soll. Ein Team wird in der Folge den Auftrag erhalten, die Grundlage für einen gemeindlichen Bebauungsplan zu erarbeiten. Die Ausarbeitung von konkreten Bauprojekten wird danach Aufgabe der CPG als Grundeigentümerin sein.

Aus dem Werbetext der Cham Paper Group für das Projekt: "Architektonische Vielfalt, ökologische Bauweise, Begegnungszonen, Gewerbe, Freizeit- und Kulturangebote prägen die Vision vom künftigen Stadtteil. Die Struktur des zeitgemässen Quartiers soll eine einladende Atmosphäre für Jung und Alt, Singles und Familien schaffen. Ein ausgewogener und zukunftsgerichteter Nutzungsmix von Wohnen, Arbeiten und Erholung wird ein lebendig durchmischtes Quartier generieren."

Die Papierproduktion an der Lorze ist seit über 350 Jahren ein zentraler Bestandteil der Lokalwirtschaft in Cham. Das Papierwerk, das erst Ende 2013 "aus Profitabilitätsgründen" die Produktion einstellte, wurde von einem Flusskraftwerk gespeist, das nach Möglichkeit auch einen Teil des Energiebedarfs im neuen Stadtteil nach der Umzonung decken könnte. Zur Umzonung werden aber die Stimmberechtigten von Cham das letzte Wort haben. Bereits an der Gemeindeversammlung vom 16. Juni wird die "Papieri" ein Thema sein, teilte die Gemeinde am Mittwoch mit. Die CVP verlangt mit einer Motion, nur drei Viertel des Areals umzuzonen. Der Rest sei für gewerbliche Arbeitsplätze zu erhalten.(tw/sda)