Umweltverbände üben Kritik

Umweltverbände üben Kritik

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Der Entwurf des neuen Bündner Energiegesetzes ist für Walter Engler, den Bündner Energiedirektor ein "beträchtlicher Schritt in die Energie-Zukunft". So äussert es sich zur 2000-Watt-Gesellschaft, zu Passivhäusern und sieht mittelfristig auch ein Verbot für Elektroheizungen vor.
 
Auch für die Umweltverbände, für den WWF, für Pro Natura und den VCS, ist der Entwurf zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wie diese am Mittwoch mitteilten, kritisiert wird aber das bescheidene Tempo zur Umsetzung der Massnahmen. Zudem setze der Gesetzesentwurf nicht mehr um als die Mustervorschriften der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren. Für die angestrebte 2000-Watt-Gesellschaft wollen sie sich nicht mit einem unbestimmten Zeitpunkt zufrieden geben sondern fordern, dass die 2000-Watt-Gesellschaft bis 2050 realisiert werden müsse. Dazu wäre eine Reduktion des gegenwärtigen Energieverbrauches um rund zwei Drittel nötig.
 
Zustimmung und Lob findet hingegen der vorgesehene Passivhaus-Standard für Neubauten und das Verbot für neue Elektroheizungen. Das grösste Potential liege aber bei der Sanierung bestehender Bauten. Gerade dort bleibe der Gesetzesentwurf aber sehr zaghaft. Die Umweltverbände fordern, dass die Gebäude-Sanierungen mindestens doppelt so rasch erfolgen sollen, als es der Vorschlag sieht. Der Ersatz von Elektroheizungen und Boilern müsse zudem zur Pflicht werden. Ausserdem sollen erneuerbare Energien viel stärker gefördert werden als geplant. Das Bündner Energiegesetz ist noch bis am 9. Oktober in der Vernehmlassung. (sda)