Umstrittenes Projekt in Thun nimmt Gestalt an

Umstrittenes Projekt in Thun nimmt Gestalt an

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Auf dem Gelände der Schadaugärtnerei in Thun soll eine Wohnüberbauung entstehen. Das Projekt ist umstritten, weil die Gegner befürchten, dass die Bauten das historische Ensemble des Schadauparks und der Scherzligkirche zerstören. Doch nun hat der Regierungsstatthalter das Bauvorhaben bewilligt.
 
Bei den zuständigen Stellen sind verschiedene Einsprachen und Beschwerden gegen das Projekt aus der Feder der Aebi & Vincent Architekten aus Bern eingegangen. Allerdings ist Regierungsstatthalter Marc Fritschi dennoch zum Schluss gekommen, dass bei dem Projekt die bau- und planungsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Die Gegner des Bauprojekts möchten indessen, dass das historische Ensemble mit dem nahen Schadaupark und der Scherzligkirche nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie argumentieren, dass Wohnraum fast überall geschaffen werden könne, zum Freiraum aber Sorge getragen werden müsse. Derweil sind die Projektverantwortlichen der Ansicht, dass die geplante Überbauung die historischen Gegebenheiten aufgreift. Die Befürworter versprechen sich von der Überbauung positive Impulse für die Stadtentwicklung.
 
Einst gehörte das Areal zum Besitz der Industriellenfamilie von Selve. In den 1970-er Jahren erwarb der Kanton Bern das Gebiet, um es der Spekulation zu entziehen, wie auf der Website des zuständigen Quartier-Leists zu lesen ist. Seither wurde ein Teil des Geländes von einem Gärtnereibetrieb genutzt, während in den geschützten Altbauten der Verein Vaporama historische Dampfmaschinen lagerte. Er setzte intensiv für den Aufbau eines Dampfmaschinenmuseums in Thun ein. Nachdem die Stadt aber ihre Beiträge massiv kürzte, erlitt das Vorhaben Schiffbruch. Damit zog die bedeutendste Dampfmaschinensammlung der Schweiz letztes Jahr von Thun nach Winterthur.
 
2006 gab der Kanton Bern bekannt, er wolle das 17'000 Quadratmeter grosse Areal an private Investoren abtreten, da das städtebaulich interessante Gelände wirtschaftlich schlecht genutzt werde. Den Zuschlag erhielt die Espace Real Estate AG. Die Kosten für das Bauprojekt betragen über 30 Millionen Franken. (mai/sda)
 
Weitere Informationen unter: www.schadaugaertnerei.ch