Umsätze im Bauhauptgewerbe gehen weiter zurück

Umsätze im Bauhauptgewerbe gehen weiter zurück

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Gegenüber dem Vorjahresquartal sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe im dritten Quartal 2015 um 12,4 Prozent auf 5,2 Milliarden Franken gesunken. Dennoch geht der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) davon aus, dass der Abwärtstrend langsam ausläuft.

Wie es in einer Mitteilung heisst, ergibt sich für die ersten neun Monate des laufenden Jahres insgesamt ein Umsatzrückgang von 9 Prozent, wobei der Hochbau mit minus 11,7 Prozent deutlich schlechter abschneidet als der Tiefbau mit minus 6,2 Prozent. Angesichts der bereits im ersten Halbjahr rückläufigen Umsätze handle es sich aber um eine Konsolidierung und nicht um eine Krise. Besser sieht das Bild denn auch bei den Auftragseingängen aus. Sie sind gegenüber dem Vorjahresquartal noch um 4,5 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitsvorräte per Ende September liegen fast gleich hoch wie ein Jahr zuvor (minus 1,3 Prozent).

Weiterhin rückläufiger Wohnungsbau

Einmal mehr ist besonders der Wohnungsbau vom Umsatzrückgang betroffen, wie aus der Statistik hervorgeht. Die Bautätigkeit in diesem Bereich ist im dritten Quartal um 14,5 Prozent zurückgegangen. In den ersten neun Monaten summiert sich der Rückgang auf 14 Prozent. „Die Auftragseingänge im gleichen Zeitraum (minus 12 Prozent) sowie der Arbeitsvorrat per Ende September (minus 10,7 Prozent) hellen das Bild nur unwesentlich auf“, schreibt der Verband.

Was den Wirtschaftsbau anbelangt, so ist der Umsatz um 10,8 Prozent gesunken. Die Auftragseingänge sind jedoch um 10,6 Prozent gestiegen.

Beim Tiefbau resultiert im dritten Quartal ein Umsatzrückgang von 11,7 Prozent. Ausserdem sind weniger Aufträge eingegangen (minus 8,8 Prozent). Laut SBV darf der Rückgang aber nicht überbewertet werden. Denn grössere Schwankungen aufgrund von einzelnen Grossprojekten seien normal. „Die Auftragslage im Tiefbau ist nach wie vor solide“, betonen die Baumeister. Davon zeugt der Arbeitsvorrat, denn der ist per Ende September etwas grösser als im Vorjahresquartal (plus 3,8 Prozent).

Besser wird’s bis Ende Jahr nicht mehr

Aufgrund der aktuellen Zahlen geht der SBV davon aus, dass die Umsätze vom Vorjahr heuer nicht mehr erreicht werden. Er rechnet damit, dass der Wohnungsbau einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich erleiden wird. Doch im langjährigen Vergleich sei das Niveau immer noch zufriedenstellend, wenn auch nicht mehr überdurchschnittlich. Das gilt auch für die anderen Bausparten.

Verhalten optimistisch für nächstes Jahr

Für nächstes Jahr prognostizieren die Baumeister eine langsame Stabilisierung der Umsätze. Potenzial nach oben gebe es aber kurz- bis mittelfristig kaum, obwohl die fundamentalen Faktoren für die Bauwirtschaft – vor allem das tiefe Zinsniveau und das anhaltende Bevölkerungswachstum – nach wie vor intakt sei.

Das Volumen der Baubewilligungen bis und mit Oktober 2016 liegt etwa vier Prozent unter dem Vorjahreswert. „Damit bewegt es sich auf ähnlicher Höhe wie vor der Annahme der Zweitwohnungsinitiative im Jahr 2012, welche die Baubewilligungen kurzzeitig künstlich aufgebläht hatte“, schreibt der Verband. (pd/mt)