Über den Rhein in die Schweiz

Über den Rhein in die Schweiz

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Dieser Tage starten die Vorarbeiten zum Neubau der Rheinbrücke zwischen dem österreichischen Lustenau und St. Margrethen SG. Die neue, 275 Meter lange Eisenbahnbrücke soll die Hochwassersicherheit verbessern, die Anwohner vom Lärm entlasten und schnellere Zugfahrten ermöglichen.
 
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So soll die Rheinbrücke aussehen.
 
Die Kosten für den Rohbau der Brücke belaufen sich auf rund elf Millionen Euro (rund 14,5 Millionen Franken), informierte am Dienstag ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Projektpartner der ÖBB sind das Land Vorarlberg und das Schweizer Bundesamt für Verkehr.
 
Die neue Rheinbrücke der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wird gegenüber der bestehenden um zwei Meter angehoben und die Gleisführung um zwölf Meter in Richtung Süden verschoben. Sie besteht aus Vorlandbrücken auf Österreicher und Schweizer Seite sowie aus der Hauptbrücke, die den Fluss überspannt. Die Hauptbrücke ist als 102 Meter lange und 800 Tonnen schwere Bogenbrücke konzipiert. Die Architektur überzeuge „durch die interessante Mischung aus Beton und Stahl“, sagt Zumtobel.

Zusammenarbeit mit der Internationalen Rheinregulierung

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten starten, werden die Rheinaussendämme um rund einen halben Meter provisorisch erhöht. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Internationalen Rheinregulierung (IRR). In einem zweiten Schritt wird das Rheinvorland um eineinhalb Meter abgesenkt, damit ausreichend Wasser unter der bestehenden Brücke hindurchfliessen kann. Danach beginnt der Aushub der neuen Rheinbrückenfundamente. Im Rahmen dieser Arbeiten werden Bohrpfähle bis zu 20 Meter in die Tiefe gesetzt. Für jedes Tragwerk braucht es zwischen zwölf und 24 Einzelbohrungen. So entstehen rund 120 Bohrpfähle für die Stabilität des Gesamtbauwerkes. Für mehr Sicherheit auf der Baustelle werden Spundwänden installiert. Gleichzeitig wird eine Insel im Rhein aufgeschüttet, damit an beiden Flussufern unterstützende Auflagerflächen gebaut werden können. Diese so genannten „Hilfsjoche“ sind für die Montage des Hauptragwerkes der neuen Rheinbrücke nötig. Läuft alles nach Plan, sind Bohrpfähle und Spundwände bis Weihnachten fertig. Ab Mitte Januar bis April werden Fundamentplatten betoniert sowie sechs Brückenpfeiler inklusive Widerlager und Vorlandtragwerke errichtet. Mit der Fertigstellung des Bogenbrückentragwerks rechnet man im November 2012.
 
Mitte 2013 sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein. Die Erneuerung der Eisenbahnbrücke über den Rhein ist ein wichtiger Teil eines Grossprojekts der ÖBB. Die Bahnstrecke zwischen Bregenz und St.Margrethen wird seit diesem Herbst von den ÖBB zu einer internationale Hochleistungsstrecke ausgebaut - mit Geschwindigkeitserhöhungen und einem Ausbau der Haltestellen. (mai/sda)