Über 300 Millionen für Feuerschäden

Über 300 Millionen für Feuerschäden

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Vergangenes Jahr verzeichneten die Kantonalen Gebäudeversicherungen eine vergleichsweise tiefe Schadenssumme. Gut drei Viertel dieses Betrags entfielen auf Feuerschäden. Elementarschäden nahmen tendenziell zu.
 
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Das Gros der Ausgaben entfiel auf Feuerschäden.
 
Der von allen 19 Kantonalen Gebäudeversicherungen ausgewiesene Schadenbetrag beläuft sich für 2010 auf 387,5 Millionen Franken, 303,8 Millionen gehen zulasten von Feuerschäden. Der Trend zu in dieser Sparte kontinuierlich abnehmenden Schadensummen bestätigte sich damit einmal mehr.

Elementarschäden wegen Klimaveränderung?

Die Ausgaben von 83,7 Millionen Franken, die für die Elementarschäden verantwortlich sind, liegen im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren auf einem sehr tiefen Niveau. 2009, dem drittgrössten Schadenjahr seit Beginn der Erhebungen, beliefen sich die Schäden noch auf 428,5 Millionen Franken. Die Erfahrungen und Statistiken bestätigen laut den Gebäudeversicherungen jedoch immer wieder, dass aus solch erfreulichen Ausschlägen wie im 2010 kein Trend herausgelesen werden kann. Die Elementarschäden seien stark fluktuierend mit positiven und negativen Abweichungen vom Durchschnitt. Die Versicherungen erwarten, dass, bedingt durch die Klimaänderungen, in Zukunft vermehrt hohe Elementarschäden eintreten könnten. Damit gewinnen Präventions-Massnahmen an Bedeutung. - Naturkatastrophen können zwar nicht verhindert, aber ihr Schadenausmass durch gezielte Massnahmen verringert werden.

Erdbeben nur „freiwillig“ gedeckt

Die Kantonalen Gebäudeversicherungen schliessen alle, bis auf Zürich, die direkten und indirekten Folgen eines Erdbebens von der Vergütung aus. Der Grund: Bei einem schweren Erdbeben können die Gesamtschäden so gross sein, dass die gesamte Versicherungswirtschaft zu wenig Mittel hat, um jedem Hausbesitzer den gesamten Schaden zu vergüten. 1978 haben die Kantonalen Gebäudeversicherungen (exklusive Zürich) aus eigener Initiative den sogenannten „Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung“ gegründet. Mit diesem Pool geht es den insgesamt 18 Gebäudeversicherungen darum, gemeinsam und freiwillig einen Geldbetrag bereitzustellen, mit dem sie bei einem schwereren Erdbeben wenigstens einen Teil der Gebäudeschäden auf ihren Kantonsgebieten bezahlen können. Nach heutigem Stand könnten die 18 Gebäudeversicherungen bei einem Erdbeben maximal zwei Milliarden Franken vergüten.

Neue Direktoren

Dr. Laurent Memminger trat wegen des Ablaufs seiner Amtszeit als Direktor der Gebäudeversicherung Neuenburg per 24. Juni 2011 aus dem Verwaltungsrat des Interkantonalen Rückversicherungsverbands IRV zurück. Die Generalversammlung bestimmte Jérôme Frachebourg, Direktor Gebäudeversicherung Waadt, als sein Nachfolger. Für die Nachfolge von Jean Bourquard, ehemaliger Direktor Gebäudeversicherung Jura, wählte die Delegiertenversammlung der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF Jean-François Boillat, Direktor Gebäudeversicherung Jura. (mai/mgt)