Tunnelröhren teilweise ganz gesperrt

Tunnelröhren teilweise ganz gesperrt

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Der Simplontunnel wird in den nächsten drei Jahren mit einem Aufwand von 170 Millionen Franken saniert. Zwar laufen die Bauarbeiten schon seit Ende März, aber offiziell wurde das Projekt erst jetzt in Angriff genommen - mit einer Segnung der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Mineure.
 
Die verschiedenen Teile der Sanierung, die gestern offiziell startete, werden laut SBB-Angaben etappenweise umgesetzt. Für Selbstrettungsmassnahmen werden in jeder Tunnelröhre Gehwege, Handläufe, eine Notbeleuchtung und Fluchtwegbeschilderungen eingebaut und montiert. Alle 500 bis 600 Meter werden Verbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren als Fluchtwege mit Torabschlüssen und einer Beleuchtung eingerichtet.
 
In der Mitte des Tunnels wird die Tunnelsohle abgesenkt, zudem werden vier Weichen ersetzt. Ebenfalls ausgetauscht werden die teilweise nicht mehr funktionstüchtigen Entwässerungsanlagen und der Gleisoberbau. Des Weiteren steht eine Erneuerung der bestehenden Stromversorgung an: die Hochspannungskabel beider Tunnelröhren werden in Kabelrohrblöcke verlegt, die von vier auf 16 kV ausgebaute Mittelspannungsanlage wird ebenfalls in die Kabelblöcke integriert.
 
Während der Arbeiten wird während der gesamten Bauzeit jeweils eine Hälfte der beiden Tunnelröhren gesperrt sein - teilweise sogar die ganze Länge einer Tunnelröhre. Während dieser Zeit wird der Betrieb zwischen Brig und Iselle einspurig geführt. Die erste Vollsperrung ist vom kommenden August bis September geplant. Durch die Sperrungen wird die Trassenkapazität auf der Simplonstrecke reduziert; deswegen muss der Fahrplan der Regional-, Auto- und Güterzüge teilweise angepasst werden. Allerdings will man beider SBB die mit den Sanierungsarbeiten verbundenen Einschränkungen so klein wie möglich halten. Die Fahrzeiten der Züge werden im Fahrplan angepasst.
 
Der 20 Kilometer lange Simplontunnel zwischen Brig und Iselle verbindet die Schweiz mit Italien. Diese internationale Transitstrecke dient sowohl dem Güter- als auch dem Personenverkehr. Nicht nur im Fernverkehr, sondern auch für Pendler zwischen Norditalien und dem Wallis ist die Strecke eine wichtige Verbindungslinie. Der Simplontunnel wurde 1906 in Betrieb genommen. Er besteht aus zwei Einspurröhren mit einer Querverbindung in der Tunnelmitte. (mai/mgt)