Trotz starkem Franken mehr Gewinn im 2011

Trotz starkem Franken mehr Gewinn im 2011

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Vergangenes Jahr konnte der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler seinen Gewinn erneut steigern. Dem Konzern blieben bei einem Reingewinn von 711 Millionen Franken unter dem Strich 8,9 Prozent mehr übrig als im Vorjahr.
 
Schindler hatte bereits im Krisenjahr 2009 mit Sparmassnahmen bei einem Umsatzminus den Gewinn gehalten. Im 2010 ist der Umsatz (erstmals ohne die mit Actebis fusionierte ALSO) als Folge des starken Frankens um 1,1 Prozent auf 8,19 Milliarden Franken gesunken. Mit konstanten Wechselkursen wäre er um 2,4 Prozent gestiegen. Alfred N. Schindler sprach an der Bilanzmedienkonferenz von einem „exzellenten Resultat“. Er präsentierte zum letzten Mal das Geschäftsergebnis. Nun übergibt er die Konzernleitung an Jürgen Tinggren, der bis jetzt die Sparte Aufzüge und Fahrtreppen leitete. Schindler bleibt allerdings Verwaltungsratspräsident.
 
Der Schindler-Konzern verbuchte 2010 Bestellungen von 8,78 Millarden Franken. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In Lokalwährungen gerechnet wären es sogar 7,7 Prozent mehr gewesen. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) des Lift- und Rolltreppengeschäfts konnte Schindler von 962 auf 980 MilionenFranken steigern. Analysten hatten allerdings mehr von Schindler erwartet. Trotz der Gewinnsteigerung gab der Kurs des Partizipationsscheins deutlich nach. Dieser lag bei Börsenschluss mit 6,1 Prozent im Minus bei 104,40 Franken. Das Geschäft entwickelte sich in den drei Märkten Schindlers allerdings sehr unterschiedlich. Am stärksten zugelegt hat Schindler in Asien, vor allem in China und Indien. Dort wurden 72 Prozent der neuen Einheiten verkauft. Der Umsatzanteil hält allerdings noch nicht mit und beträgt lediglich 19 (+ 2) Prozent.
 
 
Derweil war der Markt in Süd- und Osteuropa (inbesondere in Spanien und Griechenland) stark rückläufig. Im übrigen Europa wurde ein geringes oder stagnierendes Wachstum verzeichnet. Dabei ging der europäische Anteil am Gesamtumsatz um 2 Prozentpunkte auf 52 Prozent zurück. Amerika steuerte unverändert 29 Prozent zum Umsatz bei. Während Nordamerika weiterhin auf tiefem Niveau stagnierte, erholte sich Lateinamerika; hauptsächlich in Brasilien zog die Bautätigkeit wieder an. Die Entwicklung in den Märkten bestimmt auch die Strategie des Konzerns, obwohl er gewisse Überhitzungstendenzen notiert. Schindler plant, in naher Zukunft Forschung und Entwicklung in den Wachstumsmärkten China und Indien auszubauen. Mehr Aufträge werden auch in Lateinamerika und der Golfregion erwartet.
 

In schwachen Märkten wird reduziert

 
In schwachen Märkten, wo keine Erholung in Aussicht steht, will Schindler die Geschäftstätigkeiten reduzieren. Dort werden die Kapazitäten und die Kostenbasis angepasst. Wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, rechnet man im laufenden Jahr mit Restrukturierungskosten von 25 bis 30 Millionen Franken. Der Generalversammlung der Schindler Holding AG, die mit einem Gewinn von 670 (Vorjahr: 491) Millionen Franken abschloss, wird die Ausschüttung einer unveränderten ordentlichen Dividende von zwei Franken sowie einer Zusatzdividende von 1 Franken beantragt.
 
 
Für 2011 gibt sich der Konzern vorsichtig: Er rechnet weiterhin mit einem negativen Einfluss durch den hohen Frankenkurs. Erwartet wird ein (in Franken) unveränderter Umsatz - in Lokalwährung plus fünf Prozent - sowie ein leicht tieferer Gewinn. Für 2013 hat der neue Konzernchef Jürgen Tinggren hingegen ehrgeizige Ziele: Eine EBIT-Marge von 14 (heute 12) Prozent und einen Reingewinn von 900 Millionen Franken. (mai/sda)