Touristen statt Yogis

Touristen statt Yogis

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Die Anhänger von Maharishi Mahesh Yogi wollen aus den beiden ehemaligen Hotelpalästen auf dem Seelisberg ausziehen. Sie haben eine Studie in Auftrag gegeben, wie die Hotelanlagen und das dazugehörige Land neu genutzt und verwendet werden könnten. Dies berichtet die „Neue Urner Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe.
 
Die Hotels Kulm und das Hotel Sonnenberg auf dem Seelisberg künden zumindest von Aussen noch von einer glanzvollen Vergangenheit. Heute residieren in den beiden Hotelpalästen aus der Gründerzeit die Anhänger des vor rund zwei Jahren verstorbenen Gurus Maharshi Mahesh Yogi. Möglicherweise aber nicht mehr lange: die Mitglieder der Bewegung „Transzendentale Meditation“ denken schon seit einem Jahr ans ausziehen. Die Anlagen entsprechen nicht mehr ihren Anforderungen. Wie die „Neue Urner Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wollen die Jünger die fünf Hektaren Land und die dazu gehörigen sechs Gebäude verkaufen. Doch bisher sei nichts Konkretes geschehen.

Hotelbetrieb mit angegliedertem Gesundheitszentrum

Wie die Zeitung weiss, hat man Ende 2009 eine Machbarkeitsstudie bei einer Immobilienfirma in Auftrag gegeben. Mit dieser soll geklärt werden, welche Projekte sich in Seelisberg umsetzen liessen. In einem Monat erwartet man erste Resultate. Er könne sich gut vorstellen, dass man die Leigenschaft künftig wieder als Hotelbetrieb mit angegliedertem Gesundheitszentrum nutzen könnte, erklärt Felix Kägi, Raja und nationaler Leiter der Bewegung, gegenüber der „Neuen Urner Zeitung“. Er kann sich aber auch Ferienwohnungen oder Wohnhäuser vorstellen. Neben neuen Möglichkeiten soll die Studie aber auch Aufschluss über den Wert der Anlagen geben. Branchenkenner würden gemäss Kägi von 100 Millionen sprechen, schreibt die „Neue Urner Zeitung“.

Neues Zuhause gesucht

Wie der Artikel weiter berichtet, ist die Bewegung seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort. Man wolle an einem geeigneten Ort neu anfangen und eine eigene Siedlung für rund 150 Familien bauen. Dafür brauche man fünf Hektaren Bauland, so Kägi. Dort will man Häuser entsprechend den eigenen architektonischen Grundsätzen errichten. Das Areal auf dem Seelisberg kommt dafür allerdings nicht in Frage, weil die Residenzen zu alt seien und sich nicht gut für Familienwohnungen eigneten. Den Yogis vom Seelisberg schwebt ein Ort in Stadtnähe vor, der nicht zu teuer ist.
 
Allerdings war ein Auszug der Yogis aus Seelisberg laut der „Neuen Urner Zeitung“ vor vier Jahren noch undenkbar. Damals hatte die Gemeinschaft gar einen Architekturwettbewerb für den Neubau des Hotels Kulm lanciert, dessen Siegerprojekt letztlich nicht umgesetzt wurde. Geldprobleme sind aber nicht Grund, wie Kägi gegenüber der „Neuen Urner Zeitung“ erklärt. Man habe die Strategie in der Zwischenzeit geändert. (mai)