Total vernetztes Zürich

Total vernetztes Zürich

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Teaserbild-Quelle: Swisscom
Die Stadt Zürich soll ein flächendeckendes Glasfasernetz erhalten. Das Stadtparlament hat mit 92 Ja- zu 23 Nein-Stimmen einem entsprechenden 400-Millionen-Franken-Kredit für ein flächendeckendes Glasfasernetz in Zürich zugestimmt. Nun liegt der Ball beim Stimmvolk.
 
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Einbau eines Glasfasernetzes.
 
Für die Befürworter ist die Notwendigkeit „ganz klar unbestritten“. Ein Glasfasernetz gehöre in die Grundausstattung des Service Public wie früher das Telefon, sagte ein Sprecher der CVP. Gemäss EVP soll Zürich führend bleiben im IT-Bereich. Die FDP verglich das Glasfasernetz mit einer Strom- respektive Wasserleitung. Eine gute und pragmatische Lösung sei in Griffweite und erst noch schneller und günstiger als ursprünglich angenommen, sagte die SP-Sprecherin. Ein Rückzug wäre ein immenser Verlust. Die SVP hingegen fürchtet mit dem vorgelegten Projekt ein finanzielles Debakel. Das Geschäftsmodell sei viel zu optimistisch, die Zahl der Anschlüsse, die verkauft werden könnten, werde überschätzt, sagte ein SVP-Sprecher. Nach Ansicht der SVP könnten auch Private ein Glasfasernetz bauen. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) solle sich darauf konzentrieren, was es könne: Energie beschaffen. Eine entsprechende Motion lehnte das Parlament deutlich ab.
 
Die Vorgeschichte des Zürcher Glasfasernetzes ist lang: Im März 2007 hatten die Stimmberechtigten der Stadt Zürich einen Rahmenkredit von 200 Millionen Franken mit deutlicher Mehrheit gutgeheissen. Damals lag aber eine Kooperation mit Swissscom noch in weiter Ferne. Auch war vorgesehen, nur einen kleineren Teil der Gebäude in Zürich zu erschliessen. Drei Jahre später ging die Stadt mit der Swisscom eine Kooperation ein: Anstelle zweier paralleler Glasfasernetze wird nun ein einziges, gemeinsames erstellt. Bis Ende 2019 sollen rund 240'000 Endkunden erschlossen werden. Das ewz erschliesst dabei rund 75 Prozent der Stadt, Swisscom rund 25 Prozent. Swisscom investiert dafür rund 300 Millionen. (mai/sda)