Tokios Nationalstadion: Hadid geht, Kuma kommt

Tokios Nationalstadion: Hadid geht, Kuma kommt

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Kengo Kuma setzt auf eine lichte Holzkonstruktion,... (zvg) 1/2

Auf Zaha Hadid folgt Kengo Kuma: Statt der britischen Starchitektin entwirft nun Kuma Tokios Nationalstadion, in dem dereinst die Olympischen Sommerspiele 2020 eröffnet werden. Nachdem zwei Jahre über Hadids Projekt gestritten worden ist, drängt die Zeit. Der Baustart ist Ende 2016 vorgesehen, die Fertigstellung im November 2019.

Velohelm und rohe Auster – die Übernamen mit denen Zaha Hadids Entwurf für Tokios Nationalstadion bedacht worden war,  sind wenig schmeichelhaft. Das extravagante Projekt hatte von Anfang an einen schweren Stand, nicht nur seines Designs wegen: Zuerst sorgten die Ausmasse des Stadions für heftige Kritik. In der Folge wurde es redimensioniert. Und dann liefen die Kosten völlig aus dem Ruder. Hatte man zu Beginn mit Ausgaben von rund 130 Milliarden Yen – dies entspricht zirka einer Milliarde Franken – gerechnet, hatte sich der Betrag zuletzt beinahe verdoppelt.

In der Folge stoppte Ministerpräsident Shinzo Abe die Planungen. Ein neues Projekt sollte her. Derweil versuchte das Büro der britischen Starchitektin das Projekt unter anderem mit einer grossangelegten PR-Aktion zu retten. Ein neuer Entwurf würde die Kosten nicht eindämmen, so die Meinung von Zaha Hadid Architects. Abe und das japanische Sportdepartement sahen dies anders. Ein Architekturwettbewerb wurde veranstaltet. Gewonnen hat ihn nun Kengo Kuma.

Der Kontrast zwischen Hadids und Kumas Stadion könnte grösser nicht sein: Im Gegensatz zu Hadid setzte Kuma auf eine schlichte Form in einer üppig begrünten Umgebung. Die lichte Dachkonstruktion aus Holz und Stahl nimmt Bezug zur traditionellen japanischen Architektur.Dennoch liess Zaha Hadid dem Architektur-Newsportal Dezeen zufolge verlauten, dass Kumas Entwurf „bemerkenswerte  Ähnlichkeiten“ mit ihrem eigenen aufweist. Und zufrieden sind offenbar noch immer nicht alle mit dem Design des künftigten Stadions. Denn Kumas Projekt hat schon einen Spitznamen: Wie die Japan Times berichtet,  figuriert das ovale Gebilde in den sozialen Medien als „Hamburger“.  (mai)