Tintagel: Eine Brücke zur Sagenwelt schlagen

Tintagel: Eine Brücke zur Sagenwelt schlagen

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Die neue Brücke spannt sich in luftiger Höhe über die Felsen. (MRC/Emily Whitfield-Wicks) 1/5

An Cornwalls felsiger Westküste liegt ein sagenumwobener Ort: Auf der Burg Tintagel, auf einer schroffen Klippe, die nur über eine schmale Landzuge und eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden ist, wurde der Sage nach König Artus gezeugt. Der Name passt zum sturmumtosten Ort, im Kornischen bedeutet Tintagel nämlich so viel wie «schmaler Zugang».

Heute stehen von der Anlage nur noch ein paar Mauern. Allerdings ziehen sie wegen ihrer wildromantischen Lage und vor allem aber wegen der mit den Ruinen verbundenen Mythen jedes Jahr rund 200 000 Touristen an. Alle dürften es nicht bis zur Ruine schaffen. Für einige sei die aktuelle Brücke eine «Herausforderung», so die britische Denkmalschutz-Organisation National Heritage.

Damit sich dies ändert, hat sie einen Wettbewerb für eine neue Querung lanciert und sich nun für das Projekt des belgischen Büros Ney & Partners entschieden. Die Ingenieure schlagen eine freitragende Brücke mit zwei auskragenden Trägern vor, die in einem eleganten Bogen auf den Fels führt. Die insgesamt 4,5 Meter hohe Konstruktion verjüngt sich zum Zentrum hin stark und misst dort nur noch 17 Zentimeter. Damit wollen die Ingenieure «das Hier mit dem Dort, die Gegenwart  mit der Vergangenheit, das Bekannte mit dem Unbekannten und die Wirklichkeit mit der Sage» symbolisch verbinden. «Denn alle diese Dinge machen Tintagel zu etwas Besonderem und  Faszinierendem.» – Die ersten Besucher sollen die Brücke 2019 queren können.(mai)