Tiefe Kosten nicht hoch genug gewichtet?

Tiefe Kosten nicht hoch genug gewichtet?

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Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde eines Planungsbüros abgewiesen: Es war bei einem Submissionsverfahren für die Sanierungsarbeiten der Zürcher Tonhalle und des Kongresshauses unterlegen.
 
Beschwert hatte sich gemäss einem Bericht der aktuellen Ausgabe des „Tages-Anzeigers“ das Zürcher Planungsbüro Itten + Brechbühl. Grund war der Umstand, dass es mit 6,6 Millionen Franken das günstigste Angebot für einen Generalplanungsauftrag eingereicht hatte. Den Zuschlag erhielten dann Boesch/Conzett/Diener mit der teuersten Offerte, sie enthält ein Honorar von 9,1 Millionen Franken. Bei der Sanierung geht es vor allem um um die Haupthalle des Kongresshauses sowie den kleinen Tonhallesaal.
 
In seinem Urteil vom 28. September bezeichnete das Verwaltungsgericht die Vergabepraxis des Amtes für Hochbau der Stadt Zürich als korrekt. Entsprechende Medienberichte vom Mittwoch bestätigte es.
 
Das unterlegene Planungsbüro kritisierte vor allem, dass bei der Bewertung der Offerten die Kosten nur mit 20 Prozent gewichtet wurden. Zu 80 Prozent bewertet wurden architektonische Qualität, Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz, Funktionalität sowie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Das Gericht kommt in seinem Urteil aber zum Schluss, dass es durchaus sachgerecht sei, den Schwerpunkt der Bewertung auf die qualitativen Aspekte zu legen und den Stellenwert des Auftragspreises mit einem Gewicht von 20 Prozent auf das Minimum zu beschränken. Das Gericht war, im Gegensatz zur Klägerfirma, der Meinung, dass es sich um ein Projekt mit erhöhter Komplexität handelt: Für die Sanierung des Kongresshauses und der Tonhalle komme eine „ungewöhnliche Breite an Spezialwissen“ zum Einsatz, was die Koordination des Generalplaners erschwere. Der Entscheid kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.
 
Wegen des Verfahrens lag das insgesamt 80 Millionen Franken schwere Projekt auf Eis und wird sich nun um mindestens ein Jahr verzögern. Damit dürfte die Sanierung Gebäudes erst im 2015 abgeschlossen sein. (mai/sda)