Tiefbahnhof Luzern: Bund will auch oberirdische Variante

Tiefbahnhof Luzern: Bund will auch oberirdische Variante

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Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Die Luzerner Regierung plant seit Jahren einen Milliarden teuren Durchgangs-Tiefbahnhof. Auf Geheiss des Bundesrats muss sie jetzt auch eine oberirdische Variante vorlegen.

Um den künftigen Passagieranstieg auffangen zu können, soll der Bahnhof Luzern zu einem Durchgangs-Tiefbahnhof erweitert werden. Herzstück des 2,5 Milliarden teuren Projekts ist ein drei Kilometer langer, zweigleisiger Tunnel unter der Stadt und dem Seebecken hindurch.

Federführend ist allerdings nicht der Kanton, sondern der Bund respektive das Bundesamt für Verkehr. Dieses hat das Projekt geprüft und dem Bundesrat vorgelegt. Dieser wiederum hat der Luzerner Regierung nun den Auftrag erteilt, nebst der unterirdischen auch eine oberirdische Variante für einen Durchgangsbahnhof zu prüfen, wie die Neue Luzerner Zeitung schreibt. Danach wolle man beide Möglichkeiten als gleichwertig beurteilen.

Eine oberirdische Variante heisst, das Gleis beim Rotsee auf zwei Spuren auszubauen, eine neue Reussbrücke im Gebiet Fluhmühle sowie einen teilweisen Dreispurausbau bei der heutigen Doppelspur Luzern-Gütsch zu realisieren. Ein solches Projekt hatte die SVP bevorzugt, doch ein entsprechendes Postulat blieb Anfang dieses Jahr im Kantonsrat ohne Chancen.

Nun hat also Bundesbern ein Machtwort gesprochen. Beim für die Planung zuständigen kantonalen Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement nimmt man die Weisung gelassen auf. „Der Vorbehalt des Bundesrats ist formaler Natur. Es gibt keine Zeitverzögerungen“, so Departementssekretär Thomas Buchmann. Es seien insgesamt mehr als 30 Projektideen geprüft worden, und ein Tiefbahnhof weise das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Von der Rotsee-Variante hält er nicht sehr viel. Denn dieses Projekt würde ähnlich teuer wie der Tiefbahnhof, generiere aber nicht annähernd den gleich grossen Nutzen.

Dennoch wird man in Luzern die ungeliebte Alternative wohl nach Bern nachreichen, denn die eidgenössischen Räte sollen sich wie geplant in zwei Jahren mit dem Milliardenprojekt auseinandersetzen können. Mit der Fertigstellung wird für das Jahr 2035 gerechnet. (pd/mt)