„This is going green 1949 style, bitch!“

„This is going green 1949 style, bitch!“

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Teaserbild-Quelle: zvg
Die US-amerikanische Rap-Legende Icecube macht sich in einem witzigen Video Gedanken zu seiner Heimatstadt Los Angeles. Und im Besonderen zum Eigenheim des Architektenpaars Charles und Ray Eames.
 
 
Dicke Halsketten, fette Klunker, ein Hosenboden, der bis zu den Knien reicht, dazu eine Knarre – das sind gemeinhin Attitüden von Vertretern der US-Rapszene. Meist garnieren die "bösen Jungs" ihre Auftritte mit attraktiven, knapp bekleideten Frauen in monströsen Trucks oder geschmacklos aufgemotzten PS-Boliden deutscher Provenienz. Dass es auch anders geht, zeigt einer ihrer bekanntesten Vertreter, Icecube. Der erfolgreiche Sänger und Schauspieler besucht das Eames-Haus in einem Video, das anlässlich der Kunst-Veranstaltungsreihe "Pacific Standard Time" entstanden ist.
 
Schon der rollende Untersatz, mit dem Icecube den Zuschauer auf seine Fahrt durch LA kutschiert, ist so gar nicht Rap-Style-mässig: ein nüchterner Lincoln Continental aus den 1960er-Jahren, ohne Spoiler und Tieferlegung. Statt Klamotten im XXXL-Format zeigt sich der vielseitige Sänger in bravem T-Shirt, Jeans und Turnschuhen.

Ein Rapper als Architekt

Zu Beginn des stimmig in schwarz-weiss gedrehten Videos stellt Icecube die berühmtesten Highways von LA vor. Man erfährt, dass der 405er eine "bad traffic"-Strasse sei, weil man Tag und Nacht nur im Schrittverkehr vorankommt. Auf dem 101er bewegen sich dafür viele zwielichtige Gestalten, daher der Übername "gangsta-traffic-highway". Es folgt ein Zusammenschnitt von speziellen Gebäuden, die dem Protagonisten aufgefallen sind. Endlich landet Icecube im weltberühmten Eigenheim von Charles und Ray Eames, fläzt standesgemäss auf einem Sessel – natürlich dem „Lounge Chair“ – und erzählt von seinen Architektur-Studien. Was nicht vielen bekannt ist: Nach seinem Debütalbum 1987 ging Icecube ein Jahr ans Phoenix Institute of Technology. Dort erlernte er nicht nur verschiedene Zeichentechniken, sondern kam auch in Berührung mit dem Werk von Charles und Ray Eames.
 
Mit leichtem Rapper-Slang erzählt er, dass das berühmte Haus in nur zwei Tagen errichtet wurde. Er erwähnt die "prefabricated walls", und dass die beiden Gestalter alltägliche Baumaterialien innovativ einsetzten, "they took something that already exist but made something special". Natürlich weist der Architektur-Rapper auch auf die kongeniale Verbindung von Natur und Baukunst hin – "structure and nature are one" und meint zum Schluss des kurzen Streifens lässig "this is going green 1945 style, bitch."
 
Das Video mit Icecube wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Pacific Standard Time" gedreht. Rund 60 kulturelle Institutionen aus Südkalifornien machen mit ihren Aktionen auf die wichtige Zeit von 1945 bis 1980 aufmerksam, und erzählen die Geschichte des Aufstiegs der Kunstszene von Los Angeles und wie sie zu einer neuen Macht in der Künstlerwelt heranwuchs. (tst)
 
zvg
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zvg
Rapper mit Architektenseele: Icecube.