Therme Vals: Stoffel soll endlich bezahlen

Therme Vals: Stoffel soll endlich bezahlen

Gefäss: 

Unternehmer Remo Stoffel hat vor drei Jahren die Therme in Vals gekauft. Bezahlt hat er bisher aber nur einen Teil des Kaufpreises von rund zehn Millionen Franken. Sechs Millionen fehlen noch. Die Valser wollen nun, dass er diesen Betrag innert Monatsfrist begleicht.

Vor drei Jahren hat die Gemeindeversammlung Vals beschlossen, dem lokalen Unternehmer Remo Stoffel die denkmalgeschützte und von Stararchitekt Peter Zumthor entworfene Therme für zehn Millionen Franken zu verkaufen. Doch bezahlt hat er bislang nur einen Teil des Kaufpreises. Sechs Millionen Franken stehen noch aus, wie das Regionaljournal Graubünden am Wochenende berichtete. Laut Kaufvertrag sei das Geld drei Jahre lang gestundet worden und hätte Ende März diesen Jahres bezahlt werden müssen. Da dies jedoch nicht geschehen sei, hätten mehr als 100 Valser eine Initiative unterschrieben und sie am Freitag an der Gemeindeversammlung dem Gemeinderat übergeben. Die Initianten verlangen darin, dass Remo Stoffel den ausstehenden Betrag plus Zinsen von 200‘000 Franken innert Monatsfrist bezahlt. Man wolle „endlich Tatsachen“ und nicht „nur immer von Versprechen leben“, hiess es. Die Gemeinde indes ist in dieser Sache offenbar bereits aktiv, wie sie auf Anfrage des Regionaljournals verlauten liess.

Probebohrungen sistiert

Derweil man also das Geld von Stoffel einzutreiben versucht, stockt das Turmprojekt. Der Unternehmer will bekanntlich einen 380 Meter hohen Turm bei der Therme errichten, die „Femme de Vals“. Doch unter dem Grundstück verläuft die Quellzone der Valser Mineralquelle. Es wird befürchtet, dass das Fundament des Turms die Quelle tangieren wird, dessen Konzessionsnehmer Getränkeriese Coca-Cola ist. Deshalb sind Sondierbohrungen geplant.

Remo Stoffels 7132 AG hat bereits im Mai ein entsprechendes Gesuch eingereicht. Aber es wurde von Coca-Cola aufgrund hydrologischer Risiken nicht unterstützt. Seither ist nichts mehr passiert. Gegenüber der Südostschweiz sagte Stoffel letzte Woche: „Unsere Geologen und Techniker sind mitten in der Analyse des Sachverhalts. Sie nehmen sich die dafür notwendige Zeit, um die beste Lösung zu erarbeiten.“

Zumindest bis Ende Dezember dürfte es weiterhin still bleiben. So lange hat die Gemeinde nämlich Zeit, um auf ein aktuelles Gesuch des Valser Unternehmers zu antworten. Es geht um die Frage, ob es für Sondierbohrungen im Zusammenhang mit dem „Turmbau zu Vals“ überhaupt ein Baubewilligungsverfahren braucht oder nicht. Coca-Cola hatte ein solches laut Südostschweiz verlangt – unter anderem deshalb, weil dann auch Einsprachen gegen die Probebohrungen möglich wären. (pd/mt)