„The White Guy“ wird 75

„The White Guy“ wird 75

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Teaserbild-Quelle: Wikimedia
Die Faszination für Licht die Farbe Weiss zieht sich wie ein roter Faden durch Richard Meiers Werk. Dies brachte dem amerikanischen Stararchitekten auch seinen Spitznamen ein. Heute, am 12. Oktober, wird er 75.
 
 
„Weiss ist die schönste Farbe, weil man ihr alle Farben des Regenbogens sehen kann. Weiss ist nie nur weiss; es verändert sich durch das Licht“ liest man auf der Website von Richard Meier. Der amerikanische Stararchitekt mit deutschen Wurzeln hat ein Faible für Weiss. Dieses zieht sich auch durch seine Bauten. Seine Liebe zu leuchtend weissen Ansichten brachte ihm unter Kollegen den Spitznamen "The White Guy" ein. Die Farbe Weiss verbindet Meier auch mit Licht. Das Licht sei ihm das liebste und vielfältigste Baumaterial, sagte er einmal. Er versucht seine Licht durchfluteten Räume so zu bauen, dass sie durch den unterschiedlichen Einfall des Lichts im Verlauf eines Tages immer wieder neu in Szene gesetzt werden. – Aber auch was das Äussere seiner Bauten betrifft, ist Richard Meiers Faszination für die Farbe Weiss und das Spiel mit Licht und Schatten offensichtlich. Seine Bauten zeichnen sich durch klare Strukturen und porzellanartige Oberflächen aus.
 
Heute wird Richard Meier 75 Jahre alt. Vor 26 Jahren wurde ihm eine der höchsten Ehren für Architekten zuteil: Er wurde mit dem Pritzker-Preis geehrt. Damit reiht er sich in die Galerie grosser Architekten ein wie Luis Barragán, Ieoh Ming Pei, Kenzo Tange, Jørn Utzon oder Frank Ghery.
 
Geboren wurde Meier in Newark, im amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Seine Ausbildung absolvierte er an der Cornell-University Architektur. Wenige Jahre später eröffnete er sein eigenes Architekturbüro. In seinem Stil orientierte und orientiert sich noch heute nicht am Bauhausstil sondern laut eigenen Worten an der Wohnhausarchitektur von LeCorbusier.
 
Gebäude von ihm finden sich nicht nur in Übersee sondern auch in Europa: So hat er den 1998 erbauten Bürogebäudekomplex White Plaza beim Basler Bahnhof entworfen, das Stadthaus im deutschen Ulm und die Kirche Dio Padre Misericordioso in Rom. Aber auch Museen wie das Paul Ghetty Center in Los Angeles, das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt oder das Stadtmuseum von New Harmony im US-Bundesstaat Indiana zählen zu seinen Werken. Sich selbst hat er übrigens auch ein eigenes kleines „Museum“ errichtet, und zwar vor rund zwei Jahren in einer Lagerhalle im New Yorker Stadtteil Queens. Dort können Interessierte jeden Freitag – sofern sie sich anmelden – die Modelle seiner Bauten bestaunen. (mai)