Teure Renovation der Berner Frauenklinik

Teure Renovation der Berner Frauenklinik

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Weil die Berner Frauenklinik aufwendig saniert werden muss, soll für die Zeit der Bauarbeiten ein Ersatzbau errichtet werden. Doch der wird einiges teurer als angenommen. Dies berichtet „Der Bund“ in seiner aktuellen Ausgabe.
 
Die Südfassade muss gerade mal 15 Jahre nach der Eröffnung der damals neu gebauten Frauenklinik bereits wieder instand gesetzt werden. Es geht um verbogene Stützen, die ausgewechselt werden müssen. (Siehe Box am Ende des Artikels.) Dieses Unterfangen ist komplex. Dazu muss der Betonträger im Innern des Gebäudes mit Hilfe von Stahlstützen über drei Stöcke abgesichert werden. Empfindliche Bereiche wie beispielsweise die Geburtsstation und verschiedene Operationssäle müssen deshalb während eineinhalb Jahren an einem anderen Ort unterkommen.
 
Ursprünglich hatte man für die Sanierung und den Ersatzneubau mit 30 bis 40 Millionen Franken gerechnet. Wie die Zeitung berichtet, werden die Kosten nun auf 57 Millionen veranschlagt. Das heisst, für die Sanierung wird mit 13 bis 15 Millionen gerechnet und für das Provisorium mit rund 40 Millionen Franken. Klinikdirektor Urs Birchler begründet die gestiegenen Kosten gegenüber dem „Bund“ unter anderem damit, dass sich herausgestellt hat, dass die Aufwachräume ebenfalls im Ersatzgebäude untergebracht werden müssen. Ausserdem habe sich gezeigt, dass auch die Heizung, die Klimaanlage und Lüftung von der Sanierung betroffen sind. Dies mache „einen grossen Kostenblock“ aus.
 
Immerhin: Ob der Ersatzbau tatsächlich zustande kommt, ist laut einer aktuellen Medienmitteilung der Klinik aber noch nicht in Stein gemeisselt. Darin teilte das Inselspital mit, dass der Entscheid, ob das Ersatzgebäude gemäss Baugesuch gebaut wird, erst Anfang 2014 fällt. – Dieser Tage ist zwar das Baugesuch für Sanierung und Neubau eingereicht worden, aber es wird noch nach „kostengünstigeren Alternativen“ gesucht. Als Alternative bietet sich unter anderem an, die Frauenklinik vorübergehend im neuen Krebszentrum unterzubringen: Sobald dieses gebaut ist, würde dort die Frauenklinik einziehen, ist Sanierung der Klinik fertig, findet dort dann das Krebszentrum wie geplant Platz. (mai)
 

Schwierige statische Verhältnisse

Im Jahr 2002 öffnete 123 Millionen Franken teure, neue Berner Frauenklinik ihre Türen. Fünf Jahre später entdeckte man an ihrer Tragkonstruktion Schäden: Der Hauptträger der Südfassade hatte sich um fünf Prozent verdreht. Zudem stellte sich heraus, dass der Bau nicht erdbebensicher ist. „Die Fassade hätte man so nicht bauen dürfen“, sagte Bernhard Leu, damals der Direktor Betrieb am Inselspital vor den Medien. Der Grund für diese Probleme lag wohl darin, dass man beim Bau der Klinik neue Wege beschritten hatte: Haupttragelemente der Geschossdecken bilden die Fassaden sowie die Treppenhäuser und Liftschächte. Schliesslich stoppt man im 2009 mit „Sofortmassnahmen“ die Verformungen der Tragegelenke der Fassade. Allerdings rieten die zugezogenen Experten zu einer definitiven Lösung, sonst könne man in Zukunft keine Verantwortung für die Stabilität des Gebäudes übernehmen. (mai)