Testlauf der Nagra für Tiefenlager

Testlauf der Nagra für Tiefenlager

Gefäss: 

Der bisher grösste und aufwendigste Test der Nagra im jurassischen Felslabor Mont Terri geht nach dreijähriger Vorbereitungszeit in eine entscheidende Phase: Drei Versuchsbehälter werden in einem Lagerstollen platziert und mit Bentonit- Granulat befüllt. Damit will die Nagra während der kommenden Jahre überprüfen, wie sich die Wärme auf das Bentonit-Granulat und das umliegende Gestein auswirkt.  

Für ihr sogenanntes Full-Scale Emplacement-Experiment (FE-Experiment) wurde im Felslabor Mont Terri ein 50 Meter langer Stollen mit einem Durchmesser von knapp drei Metern im Mass-stab 1:1 eines zukünftigen Tiefenlagerstollens geschaffen. Messtechniker haben den Hohlraum mit hunderten von Messinstrumenten ausgestattet, damit später kleinste Veränderungen im Stollen und umgebenden Gestein untersucht und registriert werden können. Zurzeit werden drei Versuchsbehälter eingelagert. Jeder Behälter ist 4.6 Meter lang und hat einen Durchmesser von einem Meter. Das verbleibende Volumen im Stollen wird mit einer eigens entwickelten Maschine dicht mit Bentonit-Granulat verfüllt.

Weil im Felslabor nicht mit radioaktiven Abfällen gearbeitet werden darf, simulieren eingebaute Heizelemente in den Versuchsbehältern die Wärmeabgabe der hochaktiven Abfälle. Ziel des FE-Experiments sei es, die Auswirkungen der Wärme auf das Bentonit-Granulat und das umliegende Gestein, den Opalinuston, zu messen, teilt die Nagra mit. Zusätzlich will das FE-Experiment dabei helfen, praktische Erfahrungen mit den Einlagerungsprozessen in einem späteren Tiefenlager zu sammeln. „Die Erkenntnisse, die wir aus dem FE-Experiment gewinnen, sind wichtig für die Planung und Auslegung des späteren Tiefenlagers“, so  Herwig Müller, Projektleiter der Nagra. Anhand der gewonnenen Daten und Erkenntnisse können die Wissenschaftler überprüfen, ob sich im späteren Tiefenlager in den ersten Jahrzehnten alles so entwickelt, wie sie das prognostizieren.

Seit 1996 forscht die Nagra im Felslabor Mont Terri im jurassischen St-Ursanne. Das Felslabor ist ein internationales Forschungszentrum, das vom Bundesamt für Landestopografie, swisstopo, betrieben wird. (mai/mgt)