Tessiner fordern zweite Röhre

Tessiner fordern zweite Röhre

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Der Gotthard-Strassentunnel soll um eine zweite Röhre erweitert werden. Dies fordert das Tessiner Kantonsparlament, das eine entsprechende Resolution zuhanden der eidgenössischen Räte verabschiedet hat.
 
In erster Linie wurden für den Ausbau des 16,9 Kilometer langen Tunnels Sicherheitsgründe geltend gemacht. Den Tessiner Grossräten schwebt eine zweite Röhre mit zwei Fahrbahnen vor. Eine Spur soll dabei für den Einsatz von Rettungskräften reserviert bleiben. Vertreter der Bürgerlichen verwiesen zudem darauf, dass es an der Zeit sei, den Flaschenhals am Gotthard zu beseitigen. Die ständigen Staus vor den Tunnelportalen seien eine Zumutung für die Bevölkerung und auch aus wirtschaftlicher Sicht schädlich.
 
Mit der Resolution wollen die Grossräte ein politisches Zeichen setzen. "Denn jenseits der Alpen nimmt man unsere Probleme nicht ernst", sagte CVP-Vertreter Fabio Regazzi während der Debatte. Der Bundesrat habe sich in letzter Zeit gegenüber Tessiner Anliegen unsensibel gezeigt. FDP, CVP, SVP und Lega stimmten geschlossen für die Resolution. Ihre Abgeordneten betonten, dass der Antrag nicht verfassungswidrig sei, da er nicht zu einer Verkehrszunahme durch die Alpen führe. Vertreter der SP und Grünen behaupteten hingegen genau das Gegenteil. Wenn man die Sicherheit im Tunnel verbessern wolle, dann müsse man ein Lastwagenverbot verhängen. Diese Lösung sei zudem viel günstiger als eine zweite Röhre, argumentierte die Linke. Dem Güterverkehr stehe in Zukunft die Neat zur Verfügung.
 
Noch unklar ist, wie der 1980 eröffnete Gotthard-Strassentunnel dereinst erneuert werden soll. Denn ab 2020 muss die bestehende Röhre zwischen Göschenen und Airolo mit ihren zwei Fahrbahnen komplett saniert werden. Mehrere Grossräte befürchten, dass der Tunnel darum gesperrt werden muss, wodurch das Tessin isoliert werden könnte. Das Tessin werde durch die Sanierung des Gotthards nicht von der übrigen Schweiz abgeschnitten, versicherte allerdings Bundesrat Moritz Leuenberger bei einem Besuch in Lugano.
 
Der Bund garantiere in jedem Moment eine Verbindung zwischen dem Südkanton und der Alpennordseite. Eine zweite Röhre bezeichnete Leuenberger aus Sicherheitsgründen als sinnvoll. Nebst dem Bau einer zweiten Röhre würden aber auch noch andere Optionen geprüft. (sda)