Teilweise Abkühlung erwartet

Teilweise Abkühlung erwartet

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Schweizer Immobilien-Fachleute beurteilen die Markt- und Preissituation auf dem Wohn-immobilienmarkt nach wie vor überwiegend positiv. Eine schwierigere Entwicklung zeichnet sich dagegen auf dem Büro- und Geschäftsflächenmarkt ab. Dies zeigt die neueste Marktumfrage des Hauseigentümerverbandes Schweiz.

Der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV Schweiz) führt jeweils im Herbst eine Umfrage unter 80 Immobilientreuhändern, -maklern und -verwaltungen durch. Gemäss den Ergebnissen der neuesten Erhebung war der Wohnimmobilienmarkt im zu Ende gehenden Jahr weitgehend intakt. Für die nahe Zukunft rechnet die Mehrheit der Befragten im Eigenheimmarkt jedoch mit keinen weiteren Preisanstiegen, sondern geht von einer Seitwärtsbewegung aus. Für den Geschäftsflächenbereich erwarten schon heute etliche Befragte eine Abkühlung, die sich 2010 akzentuieren dürfte.

Im Segment der Eigenheime rechnet etwas über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) für 2010 mit unveränderten Preisen; je ein Viertel geht von Preissteigerungen (25 Prozent) beziehungsweise Preiseinbussen (22 Prozent) aus. Ähnlich wird die Situation bei den Eigentumswohnungen beurteilt: Hier sagen 47 Prozent ein gleich bleibendes, 28 Prozent ein steigendes und 25 Prozent ein abnehmendes Preisniveau voraus. Für das Segment der Mehrfamilienhäuser sind die Marktteilnehmer optimistischer. Hier rechnen 50 Prozent mit steigenden, aber kaum jemand (vier Prozent) rechnet mit sinkenden Preisen. Auch beim Bauland prognostizieren die Befragten mehrheitlich weitere Preissteigerungen, nur gerade fünf Prozent erwarten tiefere Baulandpreise.


Bruttorenditen nehmen ab

Weniger rosig sehen die vom HEV Schweiz befragten Immobilienfachleute das Jahr 2010 im Segment der Büro- und Geschäftsflächen. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) erwarten hier Preisrückgänge, ein weiteres knappes Drittel (31 Prozent) geht von unveränderten Preisen aus und nur gerade sechs Prozent rechnen mit Preisanstiegen. Bezüglich künftiger Kosten- und Renditeentwicklungen rechnen 32 Prozent mit rückläufigen, 19 Prozent mit steigenden und 49 Prozent mit unveränderten Baukosten. 60 Prozent erwarten bei den Wohngebäuden unveränderte, 36 Prozent schrumpfende und nur gerade vier Prozent steigende Bruttorenditen. Weitaus negativer taxieren die Befragten auch hier die Situation bei den Büro- und Geschäftshäusern. Lediglich sieben Prozent erwarten steigende Renditen, überwältigende 60 Prozent – das sind doppelt so viele wie im Vorjahr – gehen dagegen von abnehmenden Bruttorenditen aus. (Robert Stadler)