Taschenraumschiffe für Möchtegernastronauten

Taschenraumschiffe für Möchtegernastronauten

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Teaserbild-Quelle: zvg
Jeder soll den Orbit oder gar den Mond erkunden können. Das will die Organisation „Pocket Spacecraft“ (Taschen-Raumschiff) ermöglichen. Und zwar mit Hilfe eines scheibenförmigen Miniflugobjekts. Zurzeit läuft eine entsprechende Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.
 
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Ein Raumschiff ist auch eine Scheibe - so sieht der Scout aus.
 
Die Kleinstraumschiffe oder die sogenannten Scouts bestehen aus einer papierdünnen Scheibe aus flexibler Elektronik, die kleiner als eine CD ist und weniger als ein Gramm wiegt. Dennoch sind auf ihnen etwa Solarzellen angebracht und Sensoren integriert, deren Daten die Schiffe übertragen sollen. Dies kann entweder aus der Erdumlaufbahn oder vom Landeanflug auf den Mond aus geschehen.
 
Als Mutterschiff dient ein CubeSat– eine Art Mini-Satellit. Die Erfinder der Scouts stellen sich vor, dass der CubeSat nach dem Start einen Teil der Raumschiffchen für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre freisetzt und danach mit dem Rest den Mond ansteuert. Dort sammeln die verbliebenen Scouts Daten und schicken diese zur Erde, wo sie später auch wieder landen sollen. Sie sind so konzipiert, dass wer einen Scout ins All schickt, mit Hilfe eines speziellen Apps auf seinem Smartphone feststellen kann, wo er gerade unterwegs ist.

Nasa lässt grüssen

Hinter dem Projekt stecken neben dem britischen Gründer Michael Johnson ein internationales Team aus Ingenieuren und Wissenschaftlern, die unter anderem auch die erste über Kickstarter finanzierte Weltraummission mitorganisierten, an der sich auch die Nasa beteiligt hatte. „Wer unsereMission unterstützt, wird die Erforschung des Alls revolutionieren“, schwärmt Pocket-Spacecraft-Gründer Michael Johnson über seine Billigraumschiffaktion. Er ist überzeugt, dass mit den Scheibenschiffen nicht nur der Mond erforscht werden kann, sondern auch Planeten wie der Mars oder die Venus.
 
Doch bis es so weit ist, braucht es noch Geld. Zurzeit läuft eine entsprechende Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Insgesamt müssen 290'000 britische Pfund – umgerechnet rund 420’000 Franken - generiert werden, damit die Scouts abheben können. Bisher sind 13'564 Pfund beisammen. Die Kampagne startete Ende Juni und läuft noch bis 26. August. Im Rahmen der Kampagne kann man sich wahlweise ab 19 Pfund einen Platz auf einem Scout sichern – inklusive eigenes Foto – oder ab 99 Pfund eine eigene Scheibe in den Orbit schicken. Für 199 Pfund landet die Scheibe auf dem Mond. (mai)