Taifun- statt Atomenergie für Japan?

Taifun- statt Atomenergie für Japan?

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Könnte eine Taifunturbine Japans AKWs überflüssig machen? Der Ingenieur, der sie entwickelt hat, glaubt daran. Wie er erklärt, könnte ein tropischer Wirbelsturm ausreichen, um das Land für ein halbes Jahrhundert mit Strom zu versorgen.

Japan wird regelmässig von Taifunen heimgesucht. Und dies immer wieder, auch mit verheerenden Auswirkungen. Dennoch haben die zerstörerischen Kräfte der Wirbelstürme eine positive Seite: Sie haben das Zeug dazu, Atomkraftwerke überflüssig zu machen. Dies berichtete dieser Tagen CNN. Ingenieur Atsushi Shimizu hat eine Windturbine entwickelt, die einem tropischen Wirbelsturm standhalten und dessen Energie zu Strom umwandeln kann. Shimizu zufolge genügte ein einziger Taifun, um Japan für die kommenden 50 Jahre mit Strom versorgen zu können.

Im Unterschied zu üblichen Windturbinen ähneln sie von der Form her einem Mixer und können sich der Windrichtung anpassen, überdies lässt sich die Geschwindigkeit des Rotors überwachen. Erste Tests zeigten, dass die Turbinen zwar nur einen Wirkungsgrad von 30 Prozent erreichen – bei herkömmlichen Anlagen beträgt er 40 Prozent –, aber starken Winden standhalten können. Im Juli installierte Shimizu, der für seine Entwicklung ein Start-Up gegründet hat, in der Nähe von Okinawa einen Prototyp, um zu sehen, wie sich die Taifunturbine unter realen Bedingungen bewährt.

Auch wenn in Japan zahlreiche Solarenergieanlagen installiert werden – geht es nach Shimizu liegt die japanische Energiezukunft nicht in der Sonne. „In Japan ist viel mehr Wind- als Sonnenkraft vorhanden. Sie wird bloss nicht eingesetzt“, erklärte Shimizu gegenüber CNN. „Japan hat das Potenzial für Superwindenergie.“ Ausserdem kritisierte er, dass in Japan während der vergangenen Jahre zwar Windturbinen errichtet wurden – aber nach europäischem Vorbild. Man habe dabei kaum berücksichtigt, dass sie ein einer Taifunzonen stehen und sie entsprechend angepasst. Laut Shimizu sind in der Folge von den Wirbelstürmen zerstört worden. (mai)