Swissgrid legt beim Gewinn zu

Swissgrid legt beim Gewinn zu

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Die Stromnetzgesellschaft Swissgrid hat ihren Gewinn im letzten Jahr erneut steigern können. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 153,4 Millionen Franken und damit 8,5 Prozent höher als im Vorjahr. Zudem gibt sie bezüglich eines drohenden Strom-Blackouts Entwarnung gegeben.

Der Stromnetzgesellschaft Swissgrid geht es gut. Wie sie an der Jahresmedienkonferenz bekanntgab, konnte sie 2015 ihren Gewinn vergrössern. Mit 153,4 Millionen Franken (vor Zinsen und Steuern) lag er 8,5 Prozent über dem Vorjahr. Die Zunahme sei vor allem eine Folge der im Januar 2015 übernommenen Netzanlagen. Sie führten im Vergleich zum Vorjahr zu einer deutlichen Erhöhung des betriebsnotwendigen Vermögens. Die Finanzierung dieser Übernahmen hatte gegenüber 2014 allerdings einen um drei Millionen höheren Finanzaufwand von 44 Millionen zur Folge. Das Unternehmensergebnis nach Abzug der Ertragssteuern lag bei 88 Millionen Franken, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Für Beschaffungen hat Swissgrid letztes Jahr weniger Geld ausgegeben. Es waren insgesamt 295,2 Millionen, 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Segment Netznutzung hat sich der Aufwand sogar deutlich auf 48,3 Millionen Franken (Vorjahr: 95,8 Millionen) reduziert. Wie es hiess, ergab sich die Reduktion einerseits aus der Übernahme des Höchstspannungsnetzes der EWZ Übertragungsnetz AG im Januar 2015 und andererseits aus tieferen Nachentschädigungen von Netzkosten an ehemalige Übertragungsnetzeigentümer.

Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs – die Eigenkapitalquote konnte auf 32,3 Prozent gesteigert werden – dürfen sich die Aktionäre wohl auf eine höhere Dividendenausschüttung von 21,5 Millionen (Vorjahr: 13 Millionen) freuen. Der Verwaltungsrat wird sie an am 3. Mai bei der Generalversammlung beantragen.

Swissgrid rechnet im laufenden Jahr mit einer Zunahme des Investitionsvolumens; dies aufgrund von vorgesehenen Massnahmen zur Modernisierung des Übertragungsnetzes. Ausserdem plant man, jährlich rund 180 Millionen Franken in dieses zu investieren.

Entwarnung für Strom-Blackout

Letzten Dezember warnte die Swissgrid vor einem drohenden Strom-Blackout, weils die Energie- und Netzsituation für den Winter angespannt war. Die Energiereserven in der Schweiz waren damals knapp. Jetzt hat die Gesellschaft Entwarnung gegeben. Die Massnahmen zur Bewältigung des Engpasses hätten sich positiv ausgewirkt, hiess es. Am wirkungsvollsten zeigte sich die Erhöhung der Netztransferkapazität an den Grenzen zu Frankreich, Deutschland und Österreich. Hierdurch stand mehr importierte Energie zur Deckung der Schweizer Nachfrage zur Verfügung. Aber auch das ungewöhnlich milde und niederschlagsreiche Winterwetter hat zur Entspannung der Lage beigetragen. Der Füllstand der Speicherseen hat sich wieder dem langjährigen Median angenähert. Auch die Wiederinbetriebnahme des Blocks 2 des Kernkraftwerks Beznau nach mehreren Monaten Stillstand tat ihr Übriges.

Um solch angespannte Situationen in der Energieversorgung künftig zu verhindern, sieht die Swissgrid den Netzausbau als „dringlich“ an. Im „Strategischen Netz 2025“ habe man das Netz gepalnt, das die Schweiz unter Berücksichtigung der Energiestrategie 2050 bis 2025 brauche. „Insgesamt müssen weniger Leitungen um-, aus- und neu gebaut werden, als dies in früheren Planungen vorgesehen war“, hiess es. Umso mehr Priorität habe jedoch der effiziente Ausbau der notwendigen Infrastruktur. „Und die Massnahmen müssen unverzüglich umgesetzt werden können.“ (pd/mt)