Swissbau im Zeichen der Energiewende

Swissbau im Zeichen der Energiewende

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Die Messehallen stehen ganz im Zeichen der Baubranche: mit neuesten Entwicklungen und Produkten sowie einem spannenden Veranstaltungsprogramm. (MCH Messe Schweiz (Basel) AG)

«Rettung durch Technik?» lautet das Motto der Swissbau. In der Messe Basel geht es vom 12. bis 16. Januar um die Herausforderungen, die sich für die Bauwirtschaft aus der Energiewende ergeben sowie um neue Produkte und  Entwicklungen.

Die Messehallen stehen ganz im Zeichen der Baubranche: mit neuesten Entwicklungen und Produkten sowie einem spannenden Veranstaltungsprogramm. (MCH Messe Schweiz (Basel) AG)

"Als Junge bekam man mich nicht mehr vom Fernseher weg", erinnert sich der SIA-Präsident Stefan Cadosch an der Medienkonferenz zur Swissbau. Schuld sei die Mondlandung gewesen, mit der sich damals 300 000 Ingenieure beschäftigt hätten. Die Mondlandung habe die Welt verändert. Vom ersten Menschen auf dem Erdtrabanten schlägt Cadosch eine Brücke zum Gotthardbasistunnel. Die Welt dürfte der Tunnel kaum verändern, aber die Querung wird immerhin ab der Inbetriebnahme die Schweiz nachhaltig prägen. "Wir haben als kleine Nation ein grosses Projekt gestemmt", sagt Cadosch. Auch der Gotthardbasistunnel sei ein Projekt, das wie die Mondlandung den Ingenieuren der Welt gehöre. Dabei geht es laut Cadosch nicht nur um eine 57 Kilometer lange Röhre, sondern um das Gesamtpaket. Es habe noch nie jemand geschafft, eine Flachbahn durch ein Gebirge zu bauen. "Es ist eine Baustelle der Superlative."

Passend zum Motto der Swissbau 2016 "Rettung durch Technik?" widmet sich auch die ­Eröffnungsveranstaltung ganz dem Thema «Ingenieurskunst Made in Switzerland – der Gotthardbasistunnel». Allerdings symbolisiert der neue Tunnel in diesem Zusammenhang nicht nur die Innovationskraft der Branche, sondern steht auch für die Investitionen, die in der Baubranche getätigt werden. Gegenwärtig setzt sie im Schnitt jährlich 66 Milliarden Franken um. Obwohl verschiedene Indikatoren auf einen Rückgang der Bautätigkeit im Bereich der Neubauten deuten, dürfte das Thema «Bauen» die Schweiz auch weiterhin entscheidend beeinflussen. So wurden rund vier Fünftel des Schweizer Gebäudeparks vor 1990 errichtet und müssen demnächst saniert werden. Die Energiewende wird diese Entwicklung verstärken, weil sie neue Anforderungen an Gebäude und Infrastruktur stellt.

Digitalisierung von Bauprozessen

Die Energiewende ist denn auch eines der gros-sen Themen des Swissbau-Forums: Experten  verschiedenster Bereiche diskutieren über die  Herausforderungen und Chancen, die sich daraus für die Bauwirtschaft ergeben. Dabei stehen getreu dem Messemotto technische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Zukunft der Branche im Vordergrund. "Technik spielte auf  dem Bau schon immer eine wichtige Rolle», sagt Stefan Cadosch. «Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Planungs- und Bauprozessen hievt das Thema auf eine ganz neue Ebene."   Auch sonst ziehen sich "energetische" Themen wie ein Roter Faden durch die Swissbau: Unter anderem wird im Rahmen des Swissbau-Focus der Umweltpreis verliehen (12. Januar). Zudem findet am selben Tag die Energieberatertagung statt. Des Weiteren stehen zahlreiche Referate und Vorträge auf dem Programm: Sie widmen sich vor allem Themen wie saubere Energien und energieeffiziente Gebäudetechnik . Daneben wird der Frage nachgegangen, wie man angesichts der Energiewende bauen und planen wird.

«Ein Ort der Entspannung»

In der Halle 2.0 wartet die Swissbau mit einer Premiere auf: Hier laden die «Raumwelten» architektur- und designinteressierte Messebesucher zu einer Entdeckungsreise durch ein Reich der Materialien, Farben und Formen ein. Das Ausstellungskonzept entstand unter anderem in Kooperation mit Martin Heller und wurde unterstützt von «Designer’s Saturday»-Kurator Sergio Cavero.

"Wir wollten den Leuten eine neue Sicht der Dinge geben, die sie bereits kennen», erklärt Cavero die Idee hinter der Schau. Gleichzeitig soll sie «ein Ort der Entspannung vor der Hektik der Messe" sein. Dabei begegnen die Besucher in den «Raumwelten» sogenannten «Teasern»: Diese verteilen sich frei über Boden, Wand und Decke und funktionieren damit als eine Art Ausstellungspfad. Es handelt sich dabei um kleine künstlerische Inszenierungen, welche die Phantasie ­der Besucher anregen und ihr Interesse an den Ausstellern und ihren Produkten wecken sollen. ­Wer genug gesehen und genug Informationen ­gesammelt hat, findet danach Ruhe in besonderen Entspannungszonen. (Silva Maier)

Die Docu Media Schweiz an der Swissbau

Die Docu Media Schweiz GmbH, die Herausgeberin des Schweizer Baublatts, ist mit verschiedenen Aktionen an der Swissbau präsent:

Auf dem Freigelände lockt der Baggerwettbewerb mit kniffligen Aufgaben: Hier setzen sich Profis und Baggerfans hinters Steuer und zeigen mit der Schaufel ihr Fingerspitzengefühl.

Einen weiteren Höhepunkt bietet der Baublatt-Cup in der Halle 4.U am Stand A50: ­Hier kann jeder sein Kurzzeitgedächtnis, seine sportliche Kondition und Geschicklichkeit ­
unter Zeitdruck beweisenTäglich wird ­hier ­unter allen Teilnehmern eine Apple Watch ­verlost. Durst und Hunger stillt die angrenzende Bau-Beiz.

Für private Bauherren wird das Leben ­etwas bequemer. Mit Getränk im Liegestuhl kann er sich über das neue, inspirierende Bauprojekt-Tool Buildster in der Halle 2.2. am Stand C09 informieren.

Und für Architekten gibt es das begehrte Architektur-Jahrbuch 2016 endlich zum ­Abholen, am Stand der Schweizer Baudo­kumentation in der Halle 1 Süd im Swissbau Focus am Stand F27. (bb)