Stücheli Architekten: Zum Geburtstag ein Krimi

Stücheli Architekten: Zum Geburtstag ein Krimi

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Teaserbild-Quelle: Matthias Gnehm

Bauten der Stücheli Architekten als Comic-Kulissen: Zum 70. Geburtstags hat sich das Büro einen fantasievollen Comic geschenkt, der auf 70 Jahre Stücheli-Werke zurückblickt und sie nebenbei auch noch vorstellt.

Einst war im Eingangsbereich des Kinos Sternen der alkoholfreie "Micky Maus"-Tea Room untergebracht, heute ist es die "Inter & Venus Bar". Das Kino in der Nähe des Bahnhofs von Zürich-Oerlikon hat sich längst zum Sexkino gemausert. Dass der 50er-Jahre-Bau zu seiner Zeit etwas Besonderes war, dürfte wahrscheinlich der Mehrheit seiner Besucher kaum bewusst sein: Das Kino befindet sich nicht im Parterre, sondern im ersten Obergeschoss. Dies war ein Novum und nur möglich, da soeben die Kinobauverordnung angepasst und das äusserst explosive Nitroszellulosefilmmaterial mit einem kaum entflammbaren Sicherheitsfilm ersetzt worden war. Entworfen hat das Gebäude der Gründer der Stücheli Architekten, Werner Stücheli.

Auch wenn dem Kino das Ende droht, weil es die Grundeigentümerin niederreissen will, dürfte es zumindest auf Papier der Nachwelt erhalten bleiben. Denn das kleine Lichtspielhaus dient als eine der zahlreichen Kulissen im Comic «Das Quecksilbergemälde», den sich die Stücheli Architekten letztes Jahr zum 70. Geburtstag geschenkt haben. Darum ist der Krimi von Comiczeichner Mattias Gnehm auch mehr als "nur" eine fesselnde Geschichte, in der es neben einer von der Seelenwanderung überzeugten Physikstudentin um ein während Jahrzehnten immer wieder auftauchendes und verschwindendes, geheimnisvolles Quecksilbergemälde sowie um einen Kommissar geht, dem der Fall des Bildes selbst als Pensionierter keine Ruhe lässt. Denn gleichzeitig ist der Comic eine Rückschau auf 70 Jahre Stücheli Architekten in Zürich. Beinahe alle Bauten, die darin vorkommen, stammen aus der Feder des Büros. So findet, wer mehr über die verschiedenen Werke erfahren will, in einem gesonderten Teil der Bildergeschichte Hintergrundinformationen und eine Karte Zürichs mit den einzelnen Bauten. (mai)

Das Quecksilbergemälde von Matthias Gnehm,
Hrsg. Stücheli Architekten, 68 Seiten, 28 Franken
ISBN 978-3-9524658-0-6
Bestellung über info@stuecheli.ch