Stromsparen mittels App: Smartphone und Tablet als Helferlein

Stromsparen mittels App: Smartphone und Tablet als Helferlein

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Auf spielerische Weise den Energieverbrauch senken  – das könnten Haushalte mit Hilfe einer speziellen App. Wie das geht, untersuchte ein Projekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) an dem 120 Haushalte teilgenommen haben.

Während dreier Monate versuchten jeweils 60 Haushalte in Winterthur und in Lugano für das Projekt ihren Stromverbrauch mittels einer eigens dafür entwickelten App zu verringern. Das Experiment ist Teil des Social-Power-Projekts der ZHAW und der SUPSI. Dafür sendeten Smartmeter Daten über den Energieverbrauch an die App und machten auf Sparmöglichkeiten aufmerksam. Die eine Hälfte der Haushalte sollte im Team gemeinsam versuchen, ihren Stromverbrauch um 10 Prozent zu minimieren. Bei der anderen Hälfte trat jeder Haushalt alleine gegen die anderen im Wettbewerb um den fleissigsten Stromsparer an.                           

Nun haben Forscher erste Resultate vorgelegt. Wie die ZHAW heute Freitag mitteilte  haben die Winterthurer Haushalte während des Versuchs von Anfang Februar bis Ende April im Durchschnitt drei Prozent weniger verbraucht, diejenigen in Lugano sogar sieben Prozent weniger. Dabei machte es offenbar keinen grossen Unterschied, ob die Haushalte gemeinsam oder im Wettbewerb Strom sparten. Den Wettbewerb gewann schliesslich eine Familie mit mehreren Kindern in einem Mehrfamilienhaus in Winterthur. Diese hatte ihren Verbrauch um 37 Prozent gesenkt. - Als Vergleichswert diente immer der durchschnittliche Verbrauch des jeweiligen Haushalts von Oktober bis Dezember des Vorjahres. Jahreszeitlich bedingte Unterschiede im Stromverbrauch spielten dabei keine grosse Rolle, erklärte Tobias Kuehn vom Social-Power-Team der ZHAW auf Anfrage.

Zudem verglichen die Forscher die teilnehmenden Haushalte mit jeweils 30 weiteren in Winterthur und Lugano, die die App nicht benutzten.Laut ZHAW stieg bei dieser Kontrollgruppe erstaunlicherweise der Stromverbrauch um über zehn Prozent. Wie es dazu kam, soll noch genauer untersucht werden.

Das gemeinsame Projekt der beiden Fachhochschulen mit den Energieversorgern Electric Agency Massagno SA und Stadtwerke Winterthur läuft noch bis Mitte April 2017. Bis dahin soll analysiert werden, ob die Haushalte ihren Stromverbrauch dauerhaft gesenkt haben, weshalb und an welchen Stellen sie Energie eingespart haben. (sda/mai)