Strom aus der Kloschüssel?

Strom aus der Kloschüssel?

Gefäss: 

Was normalerweise in der Kloschüssel landet, lässt sich für die Produktion von Strom verwenden: Forscher der Universität von Bath haben eine Miniaturbrennstoffzelle entwickelt, die aus Urin Strom erzeugen kann. 

In naher Zukunft könne ihre Erfindung helfen, in abgelegenen Gebieten dringend benötigten Strom mit geringem finanziellem Aufwand zur Verfügung zu stellen, sind die Schöpfer der Minibrennstoffzelle überzeugt. Dies, weil es sich beim „Rohstoff“ um Abfall handelt, der stets verfügbar ist, und weil die Kosten der Herstellung tief sind – die Wissenschafter rechnen mit einem Stückpreis zwischen ein und zwei Pfund oder vielmehr 1 Franken  40 und 2 Franken 80. Überdies entstehen bei der Herstellung solcher Zellen keine schädlichen Gase.

Die Idee hinter der Zelle: Mit Hilfe natürlicher biologischer Prozesse von Mikroorganismen wandeln sie organische Substanzen direkt in Energie um. Dafür sorgt Glukose und das sogenannte Ovalbumin, ein Protein das im Eiweiss von Vogeleiern enthalten ist. Sie dienen als biologischer Katalysator. Im Gegensatz zu Platin, dem üblicherweise in mikrobiellen Brennstoffzellen verwendeten Katalysator, sind diese Stoffe nicht nur viel günstiger  sondern  vor allem auch erneuerbar.  

Allerdings  hat die Erfindung noch Entwicklungspotenzial: Bislang  produziert eine solche Zelle erst zwei Watt pro Kubikmeter. Laut den Forschern lässt sich dies zwar nicht mit anderen Technologien wie Wasserstoff- oder solarbetriebene Zellen vergleichen. Aber man könne wenigstens ein Mobiltelefon damit betreiben. Die Forscher wollen deshalb ihre Kreation weiter optimieren. Gelinge es ihnen, das gesamte Potenzial menschlichen Abfalls zu nutzen, könnten sie die Stromerzeugung revolutionieren, sind sie überzeugt. (mai)