Streit um Claraturm geht weiter

Streit um Claraturm geht weiter

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Für den neuen Claraturm müssen in Basel mehrere Altbauten weichen. Deshalb hat der Heimatschutz das Referendum gegen das Bauvorhaben ergriffen. Kurz vor der Abstimmung verärgert der Verein das Pro-Komitee mit angeblich falschen Behauptungen über das Projekt.
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Der Claraturm ist dem Heimatschutz Basel ein besonders grosser Dorn im Auge.

Für den Basler Grossen Rat war es klar: Mit einem deutlichen Mehr segnete er im Juni den Bebauungsplan für den Claraturm im Kleinbasel ab. Im 90 Meter hohen Hochhaus aus der Feder der Morger + Dettli Architekten sollen neben Büroräumlichkeiten, auch Restaurants und vor allem Wohnungen untergebracht werden. Doch gegen das Bauvorhaben regte sich Widerstand. Insbesondere der Heimatschutz Basel wehrt sich gegen die Pläne. Grund ist das Gebäude-Ensemble „Altes Warteck“, die zugunsten des Claraturms abgerissen werden sollen. Bereits im Oktober hat der Heimatschutz Basel deshalb gegen das Vorhaben das Referendum ergriffen. Ende November soll nun die Bevölkerung über den Bebauungsplan befinden.

Um die Stimmberechtigten auf seine Seite zu ziehen, hat der Basler Heimatschutz nun eine Mitteilung veröffentlicht, die die Befürworter des Claraturms zur Weissglut treibt. Der Verein argumentiere nämlich mit Unwahrheiten. So habe er eine Visualisierung veröffentlicht, in der der Claraturm überdimensioniert dargestellt werde. Darüber hinaus schreibe er, dass das Gebäude-Ensemble „Altes Warteck“ aufgrund seines Eintrags im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) gar nicht abgerissen darf.

Dem sei aber nicht so, hält das Pro-Komitee in einer Stellungnahme fest. Denn das ISOS sei für die Kantone unverbindlich und stelle bloss eine Empfehlung dar. De facto wurde die Denkmalschutzwürdigkeit des „Altes Wartecks“ bereits 2007 durch den Regierungsrat verneint. Und 2008 hat das Appellationsgericht die Unterschutzstellung verworfen. Wenn der Claraturm also nicht realisiert wird, weil das Volk nein sagt, wird das Ensemble trotzdem abgerissen. Nur, dass dann keiner weiss, was mit dem Gelände passiert.

Nichtsdestotrotz: Der Heimatschutz Basel hat sich die Rettung des Gebäude-Ensembles auf die Fahne geschrieben. Er will, falls das Stimmvolk dem Bebauungsplan grünes Licht erteilt, für dessen Erhalt weiterhin kämpfen. (ffi)