Streit um Auflage von Berns Viererfeld-Überbauung?

Streit um Auflage von Berns Viererfeld-Überbauung?

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Auf dem Vierer- und Mittelfeld plant die Stadt Bern einen neuen Stadtteil: ein „dichtes, lebhaftes und grünes“ Quartier“, das sich nach den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft richtet und Wohnraum für 3000 Menschen schafft. Wie vor einigen Tagen einer Medienmitteilung zu entnehmen war, soll das Stimmvolk im Februar über diese Pläne entscheiden. Denn für die Verwirklichung ihres Vorhabens will die Stadt die zu überbauende Hälfte des Viererfelds erwerben und selbiges sowie das Mittelfeld umzonen.

Wegen eines Rückweisungsantrags der Planungskommission ist aber nicht klar, ob es im Frühjahr tatsächlich so weit kommt. Der Zeitung „Der Bund“ liegt die Begründung der Rückweisung vor. Wie sie in der aktuellen Ausgabe berichtet, führt die Kommission einen schweren Mangel bei der Auflage als Grund für den Antrag an.  „Die Auflage war falsch und muss sogar als täuschend angesehen werden“, zitiert „Der Bund“ aus dem Papier.  Konkret geht es um eine Änderung des Aaretalschutzperimeters, die in der Planungsauflage nicht korrekt deklariert worden ist. Das Bundesamt für Raumplanung und das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung seien daher bei der Prüfung der Vorlage von „falschen Sachverhaltsvoraussetzungen“ ausgegangen, heisst es weiter.

Der Aaretalschutzperimeter führt derzeit quer durch das Viererfeld und somit auch durch die geplante Überbauung. Im Schutzperimeter gelten relativ strikte Bauvorschriften, angesichts derer sich die Frage stellt, ob die geplanten sechsstöckigen Bauten diesen überhaupt entsprechen. Die Grenzen des Aareschutzgebietes seien verschoben worden, um die Planung Viererfeld zur ermöglichen, wird ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes zitiert. Derweil ist man beim Stadtplanungsamt der Ansicht, dass die Auflage korrekt erfolgte.

Sozialpartner wollen Planung vorantreiben

Gestern meldeten sich die Sozialpartner in einem gemeinsamen Communiqué zu Wort, in dem sie alle Beteiligten dazu aufrufen, die Planung voranzutreiben und dem Volk so schnell als möglich ein breit abgestütztes Projekt zu präsentieren. Bei den Sozialpartnern handelt es sich um den Gewerkschaftsbund, die Unia, den Kaufmännischen Verband, Handels- und Industrieverein (HIV), den Verband der Arbeitgeber Region Bern sowie den Gewerbeverband KMU Stadt Bern.

Verschiedene Argumente sprechen laut den Sozialpartnern für das Bauvorhaben: Der Wohnungsmarkt werde entlastet und die Stadt schaffe so Voraussetzungen für ein weiteres Bevölkerungswachstum. Zudem verweisen sie darauf, dass mit der Überbauung ein Investitionsvolumen von 500 bis 750 Millionen Franken ausgelöst wird und dass die zentrumsnahe Lage einen effizienten Einsatz der öffentlichen Infrastruktur garantiert. Daneben erachten sie die Überbauung als „einen wichtigen Beitrag zur Verdichtung auf dem Gemeindegebiet“. (mai / Material der SDA)

Den Artikel aus dem "Bund" lesen Sie hier. http://www.derbund.ch/bern/stadt/sozialpartner-stellen-sich-hinter-viererfeld/story/17520072