Strassenlampen: Bei Regensdorf ZH beginnt die Zukunft

Strassenlampen: Bei Regensdorf ZH beginnt die Zukunft

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Teaserbild-Quelle: Grafik: EWZ

Die Beleuchtung der Kantonsstrasse zwischen Regensdorf und Niederhasli ZH könnte Vorbild für andere Verkehrswege werden: Hier testen das Zürcher Elektrizitätswerk und die Zürcher Baudirektion mit einem Pilotversuch intelligente LED-Strassenlampen, die sich erst dann ganz einschalten, wenn sich ein Fahrzeug nähert.

Ist niemand unterwegs, wird das Licht auf 50 Prozent des erforderlichen Niveaus herunter gedimmt. Nähert sich hingegen ein Verkehrsteilnehmer, wird er mit Hilfe eines eingebauten Sensors frühzeitig erfasst und die Lichtstärke auf die volle Helligkeit geregelt. Das Besondere an dem ursprünglich aus Norwegen stammenden System liegt darin, dass die Anzahl der im Voraus angesteuerten Leuchten von der Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer abhängt: „Bei einem Velo können dies beispielsweise zwei Leuchten, bei einem Auto fünf oder mehr Leuchten sein, die heller vorauseilen und den Bereich im Voraus optimal ausleuchten“, sagt dazu Jörg Haller, Leiter Öffentliche Beleuchtung der EKZ, der das Projekt begleitet. „Ist der Verkehrsteilnehmer an einer Leuchte vorbeigefahren, wird das Licht an diesem Ort bereits nach kurzer Zeit wieder auf 50 Prozent gedimmt.“

Im Laufe eines Jahres soll die Zuverlässigkeit des Systems getestet sowie die tatsächlich eingesparte Energie untersucht werden. Wichtige Voraussetzung für die Studie ist die Einhaltung gültiger Normen für die Beleuchtung der Strassen sowie die Ak-zeptanz bei den Verkehrsteilnehmern und Anwohnern. Ähnliche Systeme seien im Kanton Zürich bereits mit Erfolg an Gemeindestrassen sowie Fuss- und Velowegen getestet worden, teilte dazu das EKZ im Juni mit.

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So funktionieren die smarten Lampen auf der Kantonsstrasse.

Beim Kanton und beim EKZ verspricht man sich von solchen Beleuchtungen Stromeinsparungen von bis zu 30 Prozent. Ob dem tatsächlich so ist, muss sich erst noch weisen. Die Anlage an der Niederhaslistrasse sei hochkomplex und damit auch teuer, berichtete die Neue Zürcher Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Allein die Materialkosten seien gegenüber normalen LED-Lampen um ein Drittel höher. Stärker als übliche Lampen zu Buche schlagen dürfte auch die komplexere Installation und die Anpassung der Beleuchtung an die lokalen Gegebenheiten. Wie Haller gegenüber der Zeitung erklärt, kann es durchaus sein, dass man am Schluss feststellt, dass die Sache zu teuer und ein Einsatz im grossen Stil gar nicht Infrage kommt. (mai)

Den Artikel aus der NZZ finden Sie hier: www.nzz.ch