Strassenbau forciert Rodungen

Strassenbau forciert Rodungen

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Wer im brasilianischen Urwald Niemandsland besetzt und bearbeitet kann damit zu verbrieftem Landeigentum zu kommen. Der Strassenbau begünstigt dies. Während auf diese Weise ganze Familien von den Rodungen leben, schreitet die Zerstörung des Dschungels voran.
 
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Luftaufnahme eine Rodungsgebietes: die fischgrätartigen Strukturen entstehen bei Rodungen.
 
In gewissen Regionen des Amazonas-Beckens haben sich ganze Familien darauf spezialisiert, Urwald zu besetzen, zu roden, das Land dann über eine temporär landwirtschaftlich zu nutzen und es danach mehr oder weniger gewinnbringend an Grossbauern zu verkaufen. Möglich macht dies ein forcierter Strassenbau in diesen Gebieten. Mit dieser Entwicklung der Landspekulationen im kleinen Stil bestreiten viele Menschen ihren Lebensunterhalt. Dieser Umstand ist laut einem Bericht der Zeitschrift "Ecology and Society" schuld, dass die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weiter anhält. Das Magazin stützt sich dabei auf Berichte von Forschern des Institutes für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Amazonas (IDESAM).
 
Am meisten Waldfläche geht im Bundesstaat Amazonas verloren: dort hat sich in die Einwohnerzahl des Ortes Apui in den vergangenen 20 Jahren wegen zuziehender, armer Familien verdreifacht. Viele von Ihnen betreiben das „Geschäft“ der Rodung, die in der untersuchten Gegend bereits 90 Prozent des Urwaldes in Weideland umgewandelt hat. Die Transamazonica-Autostrasse, an der Apui liegt, ist sozusagen die Lebensader von der aus zahlreiche Strassen in die früheren Urwälder gebaut wurden, um Bäume fällen zu können. Je besser ein Rodungsgebiet mit Strassen erschlossen ist, desto mehr Gewinn kann erzielt werden. Die Entwicklung geht ungebremst weiter.
 
Der Preis für den Verlust dieser Urwälder ist hoch: Grünpflanzen und Bäume binden weltweit einen Drittel der Menge des Treibhausgases, die jährlich durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe entsteht - derzeit 2,9 Milliarden Tonnen CO2, berichten Forscher in der Zeitschrift "Science". Eine Verbesserung könnte durch eine Änderung, bzw. Einschränkung der Landnahme-Gesetze erreicht werden. Doch dies ist für die Regierungen ein heisses Eisen. (mai)