Strassen- und Schienenverkehr wachsen weiter

Strassen- und Schienenverkehr wachsen weiter

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Teaserbild-Quelle: Paul Georg Meister, pixelio
Mit dem Bevölkerungswachstum ist das Verkehrsaufkommen in der Schweiz auf Schiene und Strasse in den vergangenen Jahren um ein knappes Fünftel angestiegen. Was dies für die Verkehrsinfrastruktur bedeutet, zeigen aktuelle Erhebungen des Bundesamts für Statistik auf.
 
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Der Strassenverkehr und der Schienenverkehr sind um ein knappes Fünftel angestiegen.
 
Diesen Sommer hat die Schweizer Wohnbevölkerung erstmals die Schwelle von acht Millionen überschritten. Mit der Bevölkerungszunahme ist in den vergangenen Jahren auch das Verkehrsaufkommen gestiegen: Zwischen 2000 und 2010 hat sich laut Bundesamt für Statistik (BFS) die durchschnittliche Anzahl Kilometer, die ein Einwohner pro Tag zurück legt, um 5 Prozent auf 36,8 Kilometer erhöht. Zusammen mit dem Bevölkerungswachstum bedeutet dies ein Anstieg der Personenverkehrsleistung auf Schiene und Strasse von 17 Prozent. Immerhin ist die Verkehrsinfrastruktur der Schweiz im internationalen Vergleich stark ausgebaut. Sie erstreckt sich über rund drei Prozent der gesamten Landesfläche – inklusive Haltestellen, Parkplätze, Flughäfen oder Bahnhöfe. Und obwohl weiterhin Milliarden in das Verkehrsystem investiert werden, stösst dieses zunehmend an seine Grenzen: Chronisch zu Hauptverkehrszeiten verstopfte Strassen, überfüllte Züge und S-Bahnen sind längst Alltag.
 
Stark gewachsen angestiegen ist auch der Güterverkehr: Er eröhte sich zwischen 2000 und 2010 ebenfalls um 17 Prozent erhöht. Zugelegt hat er laut BFS vor allem bei Strassentransporten. Die Gesamtkosten des Strassenverkehrs beliefen sich laut BFS im 2005 auf 70,5 Milliarden Franken, die Bahn schlug mit 11,4 Milliarden zu Buche. Ein beträchtlicher Teil davon seien Unfall- und Umweltkosten gewesen, schreibt das BFS. Bei der Strasse machten dies 8,5 Milliarden und bei der Schiene eine halbe Milliarde aus.

Autos, Velos und Fussgänger

Das Strassennetz umfasste 2011 71'500 Kilometer. Davon waren gemäss BFS 1'800 km Nationalstrassen, 18'000 km Kantonsstrassen und 51'600 km Gemeindestrassen. Bei diesen Zahlen mit eingerechnet wurden noch 1'500 Kilometer Europastrassen, die durch die Schweiz führen und sich seit 1970 verdreifacht haben. Das Wachstum wird laut BFS auch in den kommenden Jahren anhalten: „Ende 2011 befanden sich rund 100 Kilometer im Bau oder in Planung.“
 
Was den alltäglichen Fuss- und Fahrradverkehr betrifft, deckt sich die Infrastruktur weitgehend mit dem Netz der Gemeinde- und Kantonsstrassen. Hinzu kommen aber noch das Netz gekennzeichneter Wanderwege, das rund 64'000 Kilometer umfasst, sowie rund 11'000 signalisierte Velowege.

Massiv mehr Luftseilbahnen

Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Schienennetze Europas. Dieses deckt die meisten Regionen ab. 2010 erstreckte es sich über 5'124 Kilometer, wovon 57 Prozent den SBB und 43 Prozent privaten Bahnen gehören. Im selben Jahr wurden 2124 Bahnhöfe und Haltestellen gezählt sowie 735 Güterverkehrsstellen. Als aktuelle Infrastruktur Grossprojekte listet das BFS die Neat, die Lärmsanierung des Bahnnetzes, den Anschluss der Schweiz an das Europäische Hochleistungsbahnnetz (TGV und ICE) sowie das Grossprojekt „Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur“ auf.
 
Eine wichtige Rolle spielen auch die Seil- und Zahnradbahnen. 2010 zählte das BFS in der Schweiz 54 Stand- und 580 Luftseilbahnen – dies betrifft allerdings nur die eidgenössisch konzessionierten Anlagen. Während die Länge der Standseilbahnen seit 1990 beinahe gleich geblieben ist, verzeichneten die Luftseilbahnen einen massiven Zuwachs: Ihr Netz wuchs von 127 Kilometer auf 923 Kilometer an. Zusätzlich zu diesen Bahnen verzeichnete das BFS 2010 900 Schlepplifte und über 200 Kleinseilbahnen, die über eine kantonale Bewilligung verfügen.

Internationale Flüge und Heliskiing

Besonders intensiv genutzt wird auch der Schweizer Luftraum. Er gehört zu den dichtest beflogenen Europas. Grund dafür sind die Landesflughäfen Basel, Genf und Zürich, die elf Regionalflugplätze und die zahlreichen Flugfelder und Gebirgslandeplätze. Während erstere vor allem der privaten Fliegerei und der Ausbildung dienen, werden letztere für Helisikiing und Rundflüge genutzt. (mai)